Prognose für 2018 Heizkosten steigen um bis zu acht Prozent

Wer mit Öl heizt, zahlt drauf. Wer Gas oder Fernwärme verwendet, spart deutlich. Das zeigt eine Hochrechnung, die dem SPIEGEL vorliegt. Hier können Sie prüfen, ob Ihre Heizkosten angemessen sind.
Heizöllieferung in Brandenburg

Heizöllieferung in Brandenburg

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / Patrick Pleul

Wer eine Ölheizung hat, muss 2018 mit höheren Ausgaben rechnen. Für die rund sechs Millionen betroffenen Haushalte dürften die Heizkosten im laufenden Jahr um bis zu acht Prozent steigen. In erdgas- und fernwärmebeheizten Gebäuden dürften die Kosten dagegen um rund drei Prozent sinken.

Das geht aus dem sogenannten Heizspiegel  hervor, den der Deutsche Mieterbund  und die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online  erstellt haben und der dem SPIEGEL vorliegt.

Ein Grund für die unterschiedliche Entwicklung sind Veränderungen bei den Rohstoffpreisen. Bei Erdgas und Fernwärme dürften die Preise 2018 durchschnittlich um 1,5 Prozent sinken, bei Heizöl hingegen um rund 13 Prozent steigen.

Ein zweiter wichtiger Faktor ist die mildere Witterung. Die Temperaturen in der Heizperiode 2018 werden im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 3,7 Prozent höher sein. Dadurch wird der Anstieg der Ölpreise etwas abgemildert, und die Ersparnis der Erdgas- und Fernwärmekunden steigt zusätzlich.

Mit diesem interaktiven Tool können Sie herausfinden, ob Ihre Heizkosten angemessen sind:

Die Heizkosten der Deutschen unterscheiden sich teilweise stark. Beispiel: Während manche Verbraucher, die mit Erdgas heizen, in einer 70-Quadratmeter-Wohnung nur 518 Euro pro Jahr zahlen, müssen andere bis zu 1113 Euro aufbringen.

Hauptgrund dafür ist der Sanierungsstand der eigenen Wohnung. "Er ist der meistunterschätzte Faktor für Heizkosten", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. "In einem energetisch schlechteren Haus sind die Heizkosten im Schnitt doppelt so hoch wie in einem energetisch besseren Haus."

Dementsprechend fällt auch die Klimabilanz einer Wohnung aus. In einer 70-Quadratmeter-Wohnung eines energetisch gut sanierten Mehrfamilienhauses mit Erdgasheizung entstehen pro Jahr etwa 1,5 Tonnen klimaschädliches CO2 durchs Heizen. In einem energetisch schlechteren Gebäude sind es 4,1 Tonnen. Um diesen CO2-Unterschied zu kompensieren, müssten rund 200 Bäume gepflanzt werden.

Verbraucher können schon durch kleine Verhaltensänderungen Ihre Ausgaben und ihren CO2-Verbrauch spürbar reduzieren. Hier ein paar Tipps:

So drücken Sie Ihre Heizkosten

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