Coronavirus belastet Ölmärkte Heizöl so günstig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr

Die Angst vor dem Coronavirus und die Einschränkungen im chinesischen Reiseverkehr wirken sich auf die Ölpreise aus. Heizöl ist so billig wie lange nicht mehr, auch der Benzinpreis sank deutlich.
Ölfeld in North Dakota

Ölfeld in North Dakota

Foto: Andrew Burton/ Getty Images

Die Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus hat die Ölmärkte an diesem Montag einbrechen lassen - in der Folge sind die Preise für Heizöl und Benzin stark gefallen. Wie hängt das zusammen?

Hintergrund für den jüngsten Preisrutsch sind Befürchtungen, das Coronavirus könnte sich ausbreiten und die chinesische Wirtschaft schwächen. Das chinesische Staatsfernsehen berichtete am Montag unter Berufung auf Behördenangaben, dass in der Volksrepublik bislang 2744 Menschen infiziert und 80 Menschen an der Krankheit gestorben sind. Außerhalb Chinas gibt es bislang rund 50 Fälle.

In China sind mittlerweile für mehrere Metropolregionen gravierende Verkehrs- und Reisebeschränkungen erlassen worden. Durch die Einschränkungen im Reiseverkehr und vor allem im Flugverkehr geht die Kraftstoffnachfrage zurück. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der wichtigen Nordseesorte Brent fiel an diesem Montag unter 59 Dollar und lag damit rund zehn Dollar unter dem Stand von Anfang Januar.

Diesel liegt acht Cent unter Januar-Preishoch

Inzwischen kommt das Marktphänomen auch bei den deutschen Verbrauchern an. Am Montagmorgen verbilligte sich Heizöl regional unterschiedlich um zwei bis drei Euro je 100 Liter, heißt es auf der Website des Messgeräteherstellers Tecson. Für 100 Liter Heizöl müssen die Verbraucher demnach inklusive Mehrwertsteuer und bei Abnahme von 3000 Litern im bundesweiten Durchschnitt 61,10 Euro bezahlen. So günstig war Heizöl zuletzt im März 2018.

Eine ähnliche Entwicklung war auch an den Tankstellen zu beobachten. Dieselkraftstoff lag nach den Daten der Markttransparenzstelle an diesem Montag gegen Mittag mit einem Preis von 1,25 Euro je Liter um acht Cent je Liter unter seinem Preishoch von 1,33 Euro am Anfang des Jahres. Superbenzin E10 verbilligte sich seit Jahresbeginn von 1,43 auf 1,37 Euro je Liter. Anfang Januar hatte die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani für ein kurzzeitiges Preishoch an den Ölmärkten gesorgt.

kko/dpa
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