100 Liter für knapp 40 Euro Heizöl so günstig wie vor 16 Jahren

Nicht nur die Coronakrise drückt weltweit auf den Ölpreis - auch die hohe Förderung und der schwache Dollar sorgen dafür, dass man jetzt so günstig heizen kann wie seit Langem nicht mehr.
Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl

Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Der Heizölpreis ist in Deutschland flächendeckend unter die Marke von 40 Euro gefallen und liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie vor mehr als 16 Jahren. Das Infoportal Tecson meldet einen bundesweiten Durchschnittspreis von 39,70 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer). Das sind gut 28 Euro oder rund 40 Prozent weniger als vor einem Jahr und zu Beginn des Jahres.

Wer als Hausbesitzer seinen Tank mit 3000 Litern füllen kann, muss dafür nicht einmal mehr 1200 Euro zahlen. Bei einschlägigen Portalen sind die Preise in vielen regionalen Märkten noch niedriger, bis zu 36 Euro für 100 Liter. Abgesehen von wenigen Tagen im Januar und Februar 2016 sind das die niedrigsten Heizölpreise seit Juli 2004.

Schuld ist nicht nur die Coronakrise

Für den anhaltenden Preisverfall seit Jahresbeginn gibt es zwei Gründe. Zum einen ist der Preis für Rohöl gesunken, seit Jahresbeginn von mehr als 60 auf rund 40 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent. Der Rückgang hat zu tun mit dem Einbruch der Weltwirtschaft durch die Coronakrise, aber auch mit anhaltend hoher Förderung durch die Staaten der erweiterten Opec und der USA.

Zum anderen ist der Euro stark und der Dollar schwach. Seit Mai hat der Eurokurs um fast zehn Prozent zugelegt, von 1,08 auf rund 1,18 Dollar. Weil das Öl in Dollar bezahlt wird, können sich die Europäer mehr Öl für den gleichen Betrag an Euros kaufen. In Euro gerechnet hat sich der Rohölpreis für Brent von 60 auf weniger als 35 Euro je Barrel verbilligt. Das merken nicht nur Heizölkäufer, sondern auch Autofahrer. Der Liter Diesel ist an manchen Tankstellen zu manchen Tageszeiten wieder für einen Euro zu bekommen. 

Der Heizölhandel meldet zu Beginn der Heizsaison eine rege Nachfrage, obwohl viele Heizölkunden schon im Frühjahr nach einem ersten Preisrutsch ihre Tanks gefüllt haben. Es könnte sich sogar lohnen, auf noch weiter fallende Preise zu spekulieren. Aber das ist riskant. "Viele Heizölkunden nehmen die attraktive Preissituation jetzt mit", heißt es auf der Seite von Tecson.

rai/dpa
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