Steuern, Versicherungen, Wohnen So bleibt Ihnen 2016 mehr Geld

Haben Sie schon Vorsätze für 2016 gefasst? Wie wäre es mit: mehr Geld? Dafür müssen Sie nur ein paar Entscheidungen treffen. Wohnen, Energie, Handy-Verträge, Krankenkasse, hier sind die passenden Tipps.
Gute Vorsätze für 2016: Mehr Geld in der Kasse

Gute Vorsätze für 2016: Mehr Geld in der Kasse

Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa

Die wirklich erfolgversprechenden guten Neujahrsvorsätze sind die finanziellen. Denn bei guten Entscheidungen erreichen Sie die gewünschte Wirkung für Ihr Portemonnaie sofort und nicht erst durch langes, ausdauerndes Training. Hier ein paar Anregungen:

  • Teilen Sie dem Finanzamt Ihre Steuerfreibeträge  mit. Das Finanzamt akzeptiert Kosten von mehr als 600 Euro im Jahr  zum Beispiel für den Weg zur Arbeit oder Kinderbetreuungskosten, die regelmäßig anfallen. Ihr Erfolg: Sie haben ab sofort jeden Monat mehr netto auf dem Konto und müssen nicht auf Ihre Steuerrückerstattung warten. Die Freibeträge können Sie 2016 für zwei Jahre eintragen lassen.
  • Beantragen Sie als Mieter ohne hohes Einkommen Wohngeld, wenn Sie es bisher nicht bekommen. Von Januar 2016 an sind mehr Mieter als vorher berechtigt - Einkommensgrenzen und Höchstbeträge für die Mieten werden angehoben. Wer jetzt schon Wohngeld bezieht, erhält automatisch mehr Geld.
  • Wechseln Sie Ihren Gasanbieter . Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Gasanbieter billigere Rohstoffpreise nicht an die Kunden weitergeben. Noch schlimmer: Stammkunden, die noch nie den Anbieter oder Tarif gewechselt haben, werden besonders abgezockt. Für eine Familie in Leipzig mit hohem Verbrauch sind beim Wechsel mehr als 650 Euro Ersparnis drin.
  • Beim Gas können nur die Haushalte sparen, die tatsächlich mit Gas heizen oder kochen und die auch selbst den Anschluss haben. Beim Strom können praktisch alle Haushalte sparen. Auch hier gilt: Wer noch nie den Stromtarif gewechselt  hat, dem winken beim ersten klugen Wechsel einige Hundert Euro Ersparnis.
  • Neues Handy zu Weihnachten bekommen? Wechseln Sie Ihren Vertrag. Eine gute Allnet-Flat für Großstädter muss nicht mehr als 15 Euro kosten.
  • Schieben Sie Tagesgeld  und Festgeld  auf sichere Konten, die mindestens ein Prozent Zinsen bringen. Das ist rund ein Prozent mehr, als Sie bei den meisten Banken bekommen. Für 10.000 Euro Erspartes macht das 2016 einen Hunderter mehr.
  • Prüfen Sie Ihre Krankenkasse . Auch hier gilt: Wechseln zahlt sich oftmals aus. In Baden-Württemberg verlangt die preiswerteste Kasse nur 14,6 Prozent Ihres Gehalts an Beitrag, die teuerste hingegen 16,1 Prozent. In diesem Fall können Sie als schwäbischer Durchschnittsverdiener mit 3000 Euro Bruttogehalt durch einen Kassenwechsel Monat für Monat 45 Euro Beitrag sparen, das sind 540 Euro im Jahr. Auch in anderen Bundesländern sind deutliche Ersparnisse drin.
  • Auch privat Krankenversicherte können in erheblichem Umfang Beiträge sparen. Allerdings sollten Sie nicht das Unternehmen, sondern nur den Tarif bei Ihrem Versicherungsunternehmen wechseln . Oft sind mehr als 100 Euro Beitragssenkung im Monat drin.
  • Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2015 zugelassen werden, sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, von 2016 an nur noch fünf Jahre. Seien Sie ein preisbewusster Avantgardist: Holen Sie bei Ihrem Autohändler den Vorführ-Elektrowagen des Jahres 2015 vom Hof. Der ist billiger in der Anschaffung und bringt mehr Steuerersparnis.
  • Bauherren können deutlich mehr Geld von der staatlichen Förderbank KfW  bekommen. Schon von Januar an gibt es mehr Zuschüsse für den Einbau einer neuen Heizung. Ab April verdoppeln sich die möglichen geförderten Kreditsummen für den Bau eines energiesparenden Neubaus auf 100.000 Euro.
  • Fürs Kindergeld braucht die Kindergeldkasse die sogenannte Steueridentifikationsnummer . Wer dem Amt die eigene Nummer und die des Juniors noch nicht mitgeteilt hat, sollte dies Anfang 2016 dringend nachholen. Sonst darf die Kasse nämlich nicht mehr zahlen. Ihre Nummer steht auf der Lohnsteuerbescheinigung. Haben Sie die Ihres Kindes verloren, können Sie sie beim Bundeszentralamt für Steuern erneut anfordern.
  • Auch die Banken benötigen die Steueridentifikationsnummer: für die Bearbeitung Ihrer Freistellungsaufträge . Also auch dort bitte nachreichen, sonst zahlen Sie unnötig Steuern auf Ihre Renditen.
  • Ausdauer brauchen Sie als Kassenpatient weiterhin beim Kampf um einen Facharzttermin: Allerdings haben Sie jetzt bald das Recht auf Ihrer Seite. Vom 23. Januar an sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen Ihnen innerhalb einer Woche einen Termin besorgen, die Wartezeit bis zur Behandlung darf nicht mehr als vier Wochen betragen. Sonst haben Sie das Recht auf einen ambulanten Termin im Krankenhaus.

So sollte Ihr Geld 2016 länger reichen. Viel Spaß beim Sparen...

Zum Autor
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Micha Kirsten / Finanztip

Hermann-Josef Tenhagen, Jahrgang 1963, ist Chefredakteur von »Finanztip« und Geschäftsführer der Finanztip Verbraucherinformation GmbH. Der Geldratgeber ist Teil der Finanztip Stiftung. »Finanztip«  refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links, nach deren Anklicken »Finanztip« bei entsprechenden Vertragsabschlüssen des Kunden, etwa nach Nutzung eines Vergleichsrechners, Provisionen erhält. Mehr dazu hier .

Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift »Finanztest« geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der »Tageszeitung«. Dort ist er heute ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Auf SPIEGEL.de schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.