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Finanzen Hohe Bankgebühren verletzen Uno-Ziele

aus DER SPIEGEL 24/2021

Banken und andere Finanzdienstleister verlangen für Auslandsüberweisungen mehr als doppelt so hohe Gebühren, wie in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Uno) verankert. Das geht aus Zahlen der Weltbank hervor, die das Fintech-Unternehmen Wise in Zusammenarbeit mit Sandra Sequeira, Professorin für Entwicklungsökonomie an der London School of Economics), ausgewertet hat. Demnach werden Menschen mit Migrationshintergrund aus den G-7-Staaten in diesem Jahr 7,02 Milliarden Euro an Gebühren für Überweisungen an Familien und Freunde in ihrer Heimat zahlen, sogenannte Remissen. Das sind durchschnittlich 6,5 Prozent des Überweisungsbetrags, die Uno fordert bis 2030 eine Absenkung auf drei Prozent. Würden die Banken diese Vorgabe schon heute umsetzen, könnten 3,4 Milliarden Euro mehr an die Empfänger fließen. »Die Last tragen Menschen in den Entwicklungsländern und ihre Familien«, die davon abhingen, dass Migranten in den Industriestaaten ihnen Geld überwiesen, sagt Sequeira. Besonders hoch waren die Gebühren in Deutschland mit 7,34 Prozent, die Kosten liegen mit 1,3 Milliarden Euro um 785 Millionen Euro über den Uno-Zielen. Für 2021 rechnet Wise für Deutschland mit Remissen von 19 Milliarden Euro. »Die Mehrheit der G-7-Länder ist nicht einmal annähernd in der Lage, das Uno-Ziel zu erreichen, wenn die Gebühren weiter so langsam sinken«, sagt Sequeira.

mhs
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