Hohe Energiepreise Wie Sie dem Heizkosten-Schock entgehen

Die Preise für Öl und Gas sind in diesem Jahr stark gestiegen, das bekommen nun auch die Verbraucher zu spüren. Die Heizkosten ziehen kräftig an, es drohen hohe Nachzahlungen. Doch mit ein paar Tricks lässt sich ordentlich Energie sparen.
Nebenkostenabrechnung: Heizöl ist in einem Jahr 25 Prozent teurer geworden

Nebenkostenabrechnung: Heizöl ist in einem Jahr 25 Prozent teurer geworden

Foto: dapd

Hamburg - Man mag die Warnungen vor einer "Energie-Armut" als allzu alarmistisch abtun, aber das Problem dahinter gibt es durchaus: In riesigen Lettern warnt die "Bild"-Zeitung am Donnerstag, Heizen werde zum "Luxus". Hintergrund sind Angaben des Deutschen Mieterbunds. Demnach könnten sich viele Menschen eine warme Wohnung mit 22 Grad nicht mehr leisten. Die Preissteigerungen bei Öl, Gas oder Fernwärme seien kaum noch zu verkraften, sagte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz der Boulevardzeitung.

Haushalte müssen dem Verband zufolge im Schnitt etwa ein Drittel ihres Nettoeinkommens für Miete und Heizkosten aufwenden, einkommensschwächere Haushalte oft sogar 40 Prozent oder mehr. Heizöl ist im Vergleich zum vergangenen Herbst um 25 Prozent teurer geworden. Gas wurde im Vergleich zu 2010 um acht Prozent teurer, Fernwärme um sieben Prozent.

Eine vierköpfige Familie, die mit Öl ihre 100 Quadratmeter große Wohnung heizt, muss laut Mieterbund 304 Euro mehr zahlen. Bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung würden im Schnitt Mehrkosten von 213 Euro anfallen. Weniger krass ist der Anstieg bei Gas oder Fernwärme: Für einen Zwei- bis Drei-Personen-Haushalt fallen dann gut 60 Euro mehr an.

Aufgrund der höheren Kosten drohen vielen Verbrauchern nun teils drastische Nachzahlungen. Der Grund: Die monatlichen Vorauszahlungen beruhen oft auf deutlich geringeren Energiepreisen. Bei allem berechtigten Jammern über steigende Heizkosten ist aber auch klar, dass die Deutschen viel zu verschwenderisch mit Energie umgehen. Mit ein paar Tricks lassen sich die Folgen zumindest abmildern.

  • Lüften: Kurzer und kräftiger Durchzug ist besser, als das Fenster über den ganzen Tag hinweg gekippt zu lassen. Das gekippte Fenster erhöht den Energieverbrauch und treibt so die Kosten in die Höhe. Beim sogenannten Stoßlüften sollte die Heizung heruntergedreht werden.
  • Heizkörper: Sind die Geräte verkleidet oder durch Möbel wie Kommoden oder Schränke zugestellt, können sie die Wärme nicht optimal abgeben. Auch Vorhänge oder Gardinen sollten deshalb nicht über dem Heizkörper hängen. Die Heizkörper sollten zudem regelmäßig entlüftet und die Heizungsrohre gut gedämmt werden, da sonst schon auf dem Weg zum Heizkörper Wärme verlorengeht. Die regelmäßige Überprüfung des Heizkessels sorgt zudem für eine gleichbleibend hohe Heizwirkung. Außerdem lohnt es sich, über Nacht Rollläden oder Fensterläden zu schließen. Spalten und Ritzen an Fenstern und Türen sollten gut abgedichtet werden.
  • Raumtemperatur: In vielen Räumen ist es wärmer als nötig - und dieser Luxus kostet Geld: Eine nur um ein Grad niedrigere Temperatur spart bis zu sechs Prozent Heizenergie. Für Küche und Schlafzimmer empfiehlt die Energieagentur Dena 18 Grad, für Flure 15 Grad. Allerdings raten Experten davon ab, die Heizung beim Verlassen der Wohnung ganz auszuschalten. Das Wiederaufheizen kostet nämlich mehr als Weiterheizen auf niedrigem Niveau. Zu stark auskühlen sollten die Räume auch nicht. Bei unter 16 Grad im Schlafzimmer kann Feuchtigkeit im Raum kondensieren, was dazu führen kann, dass sich Schimmel an den Wänden bildet.

cte/AFP