Hohe Tabaksteuer Raucher verschmähen Filterzigaretten

Bei diesen Preisen vergeht vielen Rauchern die Lust aufs Qualmen: Der Absatz von Zigaretten ist 2012 auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung gesunken. Grund für den Minusrekord ist vor allem die gestiegene Tabaksteuer.
Zigaretten: Die hohen Steuern zeigen Wirkung

Zigaretten: Die hohen Steuern zeigen Wirkung

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Wiesbaden - Die jahrelange Anti-Tabak-Politik in Deutschland zeigt offenbar Wirkung: Im Jahr 2012 wurden laut Statistischem Bundesamt nur noch 82,4 Milliarden Zigaretten versteuert - knapp sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit liegt der Absatz so niedrig wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 wurden noch 140 Milliarden Zigaretten versteuert.

Auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos ging 2012 um zehn Prozent zurück, die Menge des versteuerten Feinschnitts gab leicht um 0,4 Prozent nach. Hingegen stieg der Absatz von Pfeifentabak um 12,4 Prozent.

Grund für den sinkenden Zigarettenabsatz dürfte die Anti-Tabak-Politik der vergangenen Jahre sein. Seit Anfang 2011 mussten die Raucher in Deutschland drei Erhöhungsrunden bei der Tabaksteuer verkraften. Allein 2012 war der Durchschnittspreis für eine Zigarette um 3,5 Prozent auf 24,4 Cent gestiegen.

Der Staat nimmt weniger ein

Bis einschließlich 2015 stehen jeweils zum Jahreswechsel weitere Steuererhöhungen für Zigaretten und Feinschnitt an. In welchem Umfang die Industrie die Steuererhöhung 2013 an die Kunden weitergibt, ist offen. Einige Unternehmen wollen dem Vernehmen nach darauf verzichten.

Seit Jahresbeginn muss die Branche bei einem Packungspreis von 5 Euro 3,68 Euro statt zuvor 3,65 Euro Tabak- und Umsatzsteuer an den Staat abführen, sagte ein Sprecher des Deutschen Zigarettenverbands in Berlin. Der Gesamtsteueranteil für den Staat liege pro Zigarette weiter durchschnittlich bei 73 Prozent.

Ob in Deutschland im vergangenen Jahr tatsächlich weniger gequalmt wurde, ist allerdings eine andere Frage, wie ein Statistiker betonte: "Niemand weiß, wie viele nicht versteuerte Zigaretten geraucht worden sind." Das könne entweder Schmuggelware sein oder legal im Ausland erworbene Tabakwaren. Vor allem Raucher, die nahe zu östlichen Nachbarländern lebten, deckten sich häufig dort mit Zigaretten ein.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Zigarettenverband allerdings berichtet, dass der Anteil der nicht in Deutschland versteuerten, aber hierzulande konsumierten Zigaretten 2012 leicht gesunken sei - von 22,1 Prozent auf 20,6 Prozent.

Für die Bundesregierung hat der Erfolg in der Gesundheitspolitik einen Preis: Die Einnahmen aus der Tabaksteuer fielen 2012 trotz Steuererhöhung um fast zwei Prozent auf 14,13 Milliarden Euro.

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