Vermengung mit Billigware EU soll Honigmischungen genauer kennzeichnen

Steckt in einer »Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern« überwiegend Ware aus China? Slowenien will erreichen, dass Verbraucher sich bald besser informieren können. Deutsche Imker leiden derweil unter dem Wetter.
Biene beim Nektarsammeln

Biene beim Nektarsammeln

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Slowenien macht auf EU-Ebene Druck, um eine genauere Kennzeichnung von Honig mit Blick auf die Herkunft zu erreichen. Verbrauchern solle die Möglichkeit gegeben werden, klar zu erkennen, aus welchem Land die unterschiedlichen Sorten von Honigmischungen kommen, sagte der slowenische Landwirtschaftsminister Joze Podgorsek nach einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen.

Bisher gilt für die Kennzeichnung: Wenn Honig aus der EU mit Importhonig etwa aus China vermengt wird, muss dies nur allgemein auf der Verpackung angegeben sein als »Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern«. Theoretisch können kleine Mengen EU-Honig mit einem Großteil billiger Importe vermengt werden, ohne dass Verbraucher dies genau nachvollziehen können.

»Die Aktualisierung der Vorschriften für die Kennzeichnung von Honigmischungen ist eine der Hauptprioritäten des slowenischen Ratsvorsitzes«, sagte Podgorsek. Eine Anpassung stärke auch die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Imker auf dem internationalen Markt.

Viele andere EU-Länder würden den Vorstoß unterstützen. Slowenien hat bis Ende Dezember turnusgemäß den Vorsitz unter den EU-Ländern. Man erwarte konkretere Ergebnisse im kommenden Jahr, wenn Frankreich den EU-Vorsitz übernommen habe, sagte Podgorsek.

Anfang des Jahres hatte auch Deutschland grundsätzlich einen Vorstoß unterstützt, der eine genauere Kennzeichnung forderte.

Schlechte Honigernte in Deutschland

Für Verbraucher, die Wert auf deutschen Honig legen, gibt es schlechte Nachrichten. Deutschlands Imker haben in diesem Jahr deutlich weniger Honig geerntet als in den Vorjahren. Im Schnitt brachte es jedes Bienenvolk auf insgesamt 28,3 Kilo und damit 5,5 Kilo weniger als im Gesamtjahr 2020, wie der Deutsche Imkerbund mitteilte. Verglichen mit 2019 waren die Einbußen ähnlich, im Vergleich zu 2018 war es sogar ein Minus von 10,5 Kilo.

Die Ernte lässt sich dieses Jahr in 15,4 Kilo Frühtracht und 12,9 Kilo Sommertracht aufteilen – beide Werte sind sehr niedrig. »In den meisten Regionen war es ein mageres Erntejahr«, sagt Imkerbund-Präsident Torsten Ellmann. Der Leiter des Fachzentrums Bienen und Imkerei, Christoph Otten, sprach von einem frustrierenden Jahr für sehr viele Imker.

Grund dafür war vor allem das schlechte Wetter: »Es war vielerorts zu kühl und zu nass. Die Bienen sind wenig ausgeflogen und haben die geringen Mengen an eingetragenem Nektar dringend selbst benötigt«, sagt Ellmann.

Regional gab es aber Unterschiede: Die Ernte im Norden und Osten war besser als im Süden und Westen Deutschlands.

mmq/dpa
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