20 Prozent mehr Tiere verkauft Immer mehr Ministerpräsid... äh, Menschen legen sich einen Hund zu

In der Pandemie sind viele Menschen deutlich mehr zu Hause – und erweitern ihren Haushalt um ein Mitglied: 2020 sind die Hundeverkäufe deutlich gestiegen. Züchtern macht der Trend aber auch Sorgen.
Söder-Welpe Molly: Der bayerische Regierungschef liegt im deutschen Trend

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Foto: Privat / picture alliance / dpa

In der Corona-Pandemie haben sich viele Menschen in Deutschland dazu entschlossen, einen Hund anzuschaffen. Nach Angaben des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) sind im Jahr 2020 im Vergleich zu den Vorjahren 20 Prozent mehr Hunde gekauft worden.

Ob Labrador oder Französische Bulldogge: »Die Nachfrage ist extrem«, sagt der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen VDH, Herbert Klemann. Die Züchter würden mit Anrufen regelrecht »bombardiert« und könnten gar nicht so viel züchten, wie nachgefragt werde. Das sei schon im Jahr 2020 so gewesen: »Und der Bedarf ist immer noch da. Dass der Lockdown verlängert wurde, treibt das Ganze noch mal an«, sagt er.

Deutsch-Kurzhaar-Hunde: »Der Bedarf ist immer noch da«

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Foto: Bernd Thissen/ dpa

Denn in der Corona-Pandemie sind viele Familien mehr als sonst zu Hause. Der Run auf Hundewelpen sei bundesweit sehr groß, sagt VDH-Sprecher Udo Kopernik. »Den Züchtern wird die Hütte eingerannt.«

Zu denen, die sich zuletzt für ein neues tierisches Familienmitglied entschieden haben, gehört auch Markus Söder (CSU). Der bayerische Ministerpräsident präsentierte Molly in der vergangenen Woche auf Twitter – und stahl der Schwesterpartei und deren neuen Vorsitzenden damit ein wenig Aufmerksamkeit: Am gleichen Tag startete der CDU-Parteitag, tags darauf wurde Armin Laschet an die Spitze gewählt.

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VDH-Sprecher Kopernik sieht den Trend allerdings teils kritisch. »Wenn Eltern dem Kinderwunsch nachgeben und selbst aber eigentlich gar keinen Hund wollen, kann das nur schiefgehen.« Klemann befürchtet, dass nach der Pandemie viele Hunde im Tierheim landen könnten. »Wenn die Leute wieder normal zur Arbeit gehen und die Kinder den Hund nicht mehr betreuen können, dann wird das ein Problem.«

Zu den sprunghaft gestiegenen Verkäufen von Hunden sagte Kopernik: »Das ist ein dramatisches Wachstum, ein großer Schritt innerhalb kürzester Zeit.« In den vergangenen 15 Jahren habe die Zahl der Hunde in Deutschland geschätzt von 6,5 auf zehn Millionen zugelegt. Auch Städte registrieren mehr Anmeldungen zur Hundesteuer.

fdi/dpa