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12. Dezember 2017, 13:40 Uhr

Prognose zum Immobilienmarkt

Es wird noch teurer

Die Preise für Häuser und Wohnungen werden in Deutschland auch 2018 steigen - wie schon seit Jahren. Eine Trendwende in naher Zukunft halten die amtlichen Gutachter für ausgeschlossen.

Auf dem deutschen Immobilienmarkt wachsen die Umsätze sprunghaft - und werden es voraussichtlich weiterhin tun: Rund 237,5 Milliarden Euro haben Käufer im vergangenen Jahr für Wohnimmobilien, andere Gebäude und Bauflächen ausgegeben, teilt der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse mit. Das seien etwa 25 Prozent mehr gewesen als noch zwei Jahre zuvor.

Für seinen Immobilienmarktbericht 2017 hat der Arbeitskreis rund eine Million Kaufverträge ausgewertet. Die Umsätze stiegen vor allem in städtischen Regionen. Ein Grund seien die nach wie vor niedrigen Zinsen, sagte die Vorsitzende Anja Diers. Auch die Wohnungsknappheit treibe die Kauf- und Mietpreise in die Höhe. Die Experten kommen für die weitere Entwicklung zu einer eindeutigen Prognose: Eine Trendumkehr sei "nicht in Sicht", sagte Diers.

Etwa zwei Drittel des Geldes wurden für Wohnimmobilien ausgegeben. Vor allem selbst genutzter Wohnraum ist dem Bericht zufolge deutlich teurer geworden. Das zeigen etwa die Verkaufspreise für gebrauchte Ein- oder Zweifamilienhäuser in der mittleren Preislage: Im Jahr 2016 habe ein Quadratmeter Wohnfläche im bundesweiten Mittel 1545 Euro gekostet - 145 Euro mehr als noch 2014.

Dabei gibt es regional große Unterschiede. In München mussten die Käufer mit 8500 Euro pro Quadratmeter rechnen, der Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt markiert mit 380 Euro die untere Grenze der Preisskala. Im thüringischen Kyffhäuserkreis war es mit 470 Euro nicht viel teurer. Beim Bauland sind die Unterschiede und Preissteigerungen ähnlich groß.

Inzwischen gebe es vor allem in städtischen Gebieten Preisübertreibungen, sagte Diers. Die Gefahr einer Immobilienblase könne sie aber nicht erkennen. Steigende Preise seien nur einer von vielen Indikatoren für eine mögliche Blase. Weitere Faktoren müssten die Zunahme von spekulativen Käufen und unter Umständen Finanzierungsprobleme sein. Das sei so am deutschen Markt aber nicht erkennbar, sagte Diers.

fdi/dpa

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