Bundesbank-Bericht Jetzt werden Häuser auch im Umland der Städte richtig teuer

In vielen Städten sind Immobilien bereits extrem teuer - nun steigen die Preise für Häuser und Wohnungen laut Bundesbank auch im Umland rasant.
Wohnsiedlung in Aschheim bei München

Wohnsiedlung in Aschheim bei München

Foto: imago/Sven Simon

Auch im Jahr 2018 sind die Preise für Immobilien in Deutschland wie bereits in den Jahren zuvor kräftig gestiegen. Dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank zufolge  hat sich zwar der Preisauftrieb in den Städten etwas verlangsamt, außerhalb verteuert sich Wohneigentum allerdings rasant.

In den Städten ist das absolute Preisniveau bei Eigentumswohnungen und Häusern laut Bundesbank bereits überaus hoch - ungeachtet der etwas verlangsamten Teuerung 2018. Da passe es ins Bild, so die Experten, dass sich die Wohnraumnachfrage teilweise auf das Umland verlagert habe. Im Klartext: Immer mehr Familien haben es aufgegeben, in der Stadt bezahlbares Eigentum zu finden und suchen außerhalb - wodurch sie wiederum die Preise dort nach oben treiben.

Insgesamt liegen aus Sicht der Bundesbank die Immobilienpreise in den Städten weiterhin deutlich über dem Niveau, das durch Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Faktoren gerechtfertigt ist. Die Experten der Notenbank warnen schon seit Längerem vor kräftigen Übertreibungen. In den sieben Metropolen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart liegen die Preise nach ihrer Einschätzung nach wie vor 15 bis 30 Prozent über dem angemessenen Niveau.

Diese Entwicklung treibt auch die Mieten nach oben - wenn auch im vergangenen Jahr nicht mehr ganz so stark wie zuvor. In den Städten habe der Zuwachs bei Neuverträgen 2018 mit 3,75 Prozent deutlich unter der Rate von 2017 gelegen, als es laut Bundesbank ein Plus von 7,25 Prozent gab. Auch in den sieben Großstädten sei der Zuwachs mit vier Prozent wesentlich schwächer ausgefallen. Die Neuvertragsmieten waren dort 2017 um 9,25 Prozent nach oben geschossen, ein Höchststand bei der Verteuerung im aktuellen Nachfrageboom.

Konjunktur bleibt mau - aber kein Anzeichen für Rezession

Im aktuellen Monatsbericht bewertet die Bundesbank auch die Aussichten für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Nach der Flaute in der zweiten Jahreshälfte 2018 rechnen die Experten nicht mit einer raschen Rückkehr zu kräftigem Wachstum. "Die konjunkturelle Grundtendenz bleibt voraussichtlich auch nach der Jahreswende verhalten", schreiben sie.

Der rückläufige Auftragseingang in der Industrie - die Autobranche ausgenommen - sei ein Signal dafür, dass "die Industriekonjunktur während der Wintermonate kaum wieder an Schwung gewinnen wird". In wichtigen Branchen hätten sich die Geschäftserwartungen zudem eingetrübt. "Dies dürfte die Investitionsneigung hemmen", konstatiert die Bundesbank.

Auf der anderen Seite gebe es auch keine Anzeichen für eine Rezession, betont die Bundesbank. "Zum einen lösen sich einige der belastenden Sonderfaktoren aus dem Sommer des letzten Jahres auf." So deute sich in der Autoindustrie eine allmähliche Normalisierung bei Fertigung und Exporten an. "Zum anderen sprechen die weiterhin sehr gute Arbeitsmarktlage und die kräftige Lohnentwicklung dafür, dass der private Verbrauch wieder anzieht und so im Gegensatz zur zweiten Jahreshälfte 2018 ein Gegengewicht gegen die dämpfenden Einflüsse bildet." Hinzu kämen höhere Sozialleistungen sowie Steuer- und Abgabenentlastungen, die Anfang des Jahres in Kraft traten und die Konjunktur anschieben sollten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte kürzlich gesagt, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr vermutlich deutlich unterhalb von 1,5 Prozent liegen dürfte. Im Dezember war die Notenbank noch von 1,6 Prozent ausgegangen.

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NDR
fdi/Reuters
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