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30. August 2017, 15:58 Uhr

Kredite für Häuser und Wohnungen

So finanzieren die Deutschen ihre Immobilien

110.000 Euro nahmen die Deutschen 2016 im Schnitt für den Kauf oder Bau einer Immobilie auf - deutlich mehr als noch zwei Jahre zuvor. Das geht aus einer Umfrage der Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin hervor.

Häuser und Wohnungen sind begehrt wie selten zuvor in Deutschland. Um rund 50 Prozent sind die Preise laut Bundesbank zwischen 2010 und 2016 gestiegen. Und auch das Kreditvolumen hat seitdem in jedem Jahr kontinuierlich zugenommen. Hauptgrund sind die historisch niedrigen Zinsen.

Die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin wollten wissen, wie die Finanzinstitute mit diesen Niedrigzinsen klarkommen - und hat dazu insgesamt 1555 kleine und mittelgroße Banken und Sparkassen befragt. Aus den Ergebnissen lässt sich auch ablesen, wie sich die Immobilienfinanzierung seit der letzten Umfrage 2014 verändert hat. (Klicken Sie auf die jeweiligen Schaltflächen der Grafik, um die Konditionen zu sehen.)

So lag die durchschnittliche Größe eines Immobilienkredits 2016 mit 110.000 Euro fast 20 Prozent höher als zwei Jahre zuvor - darin spiegeln sich die gestiegenen Immobilienpreise. Zugleich ist der Zinssatz von 2,4 Prozent auf 1,7 Prozent gesunken. Verändert hat sich auch die Dauer der Zinsbindung: Von knapp acht auf knapp neun Jahre. Die Deutschen sichern sich also die Niedrigzinsen für einen zunehmend längeren Zeitraum.

Die Daten geben nicht alle in Deutschland vergebenen Immobilienkredite wider, weil große Banken von der Umfrage ausgenommen waren. Dadurch dürften gerade in Großstädten, wo die Immobilienpreise besonders hoch sind, viele Finanzierungen nicht erfasst worden sein. Außerdem wurden auch solche Kredite berücksichtigt, die nicht zum Kauf, sondern nur zur Modernisierung einer Immobilie verwendet wurden.

Was die Kreditwürdigkeit der Kunden angeht, sehen die Banken trotz des Booms keine Anzeichen für eine Verschlechterung. Allerdings seien die sogenannten Beleihungsausläufe zwischen 2014 und 2016 bei 36 Prozent der befragten Institute gestiegen. Darunter versteht man das Verhältnis von Darlehenssumme zum Beleihungswert des Hauses oder der Wohnung. Mit anderen Worten: Die Kredite werden im Vergleich zum Immobilienwert, der als Sicherheit dient, immer größer.

Die Finanzaufseher verstehen das zumindest als Warnzeichen: "Wir sehen aktuell keine Immobilienpreisblase, die uns Sorgen bereiten müsste", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. "Wohl aber lautet das Gebot, wachsam zu sein." Die Banken und Sparkassen seien "tendenziell bereit, höhere Risiken einzugehen".

stk

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