Gebäudeausrüster vor der Pleite Imtech droht die Zerschlagung

Der niederländische Konzern Imtech droht endgültig zu zerfallen. Bereits vergangene Woche wurde die deutsche Tochter in die Insolvenz geschickt. Nun hat der Mutterkonzern Zahlungsaufschub beantragt. Es gibt erste Kaufinteressenten.

Hauptstadtflughafen BER: Imtech arbeitet unter anderem an den Brandschutzanlagen
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Hauptstadtflughafen BER: Imtech arbeitet unter anderem an den Brandschutzanlagen


Wegen akuter Finanzierungsprobleme hat der niederländische Konzern Imtech in Rotterdam Gläubigerschutz beantragt. Das teilte das Unternehmen mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte die deutsche Tochter der Baufirma Insolvenz beantragt.

Nachdem die Verhandlungen über 75 Millionen Euro an neuen Krediten gescheitert waren, hat das Gericht in Rotterdam den Antrag auf Zahlungsaufschub bewilligt. Imtech schulde seinen Kreditgebern insgesamt 1,2 Milliarden Euro.

Für einzelne Teile des Konzerns soll es bereits Interessenten geben. Insolvenzverwalter Jeroen Princen sagte, er erwarte in Kürze eine Einigung mit den Banken und einem Käufer.

Die deutsche Imtech-Tochter ist eine der wichtigsten Baufirmen am künftigen Hauptstadtflughafen BER. Der deutsche Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt hatte erst gestern mitgeteilt, dass die Arbeiten am Hauptstadtflughafen vorerst wie geplant weiterlaufen würden. Welche Auswirkungen die Pleite des Mutterkonzerns auf die deutsche Tochterfirma haben wird, ist bisher unklar. Insolvenzverwalter Borchardt ist noch dabei, die Lage zu sichten.

Der Flughafen in Schönefeld bei Berlin soll nach mehreren Terminabsagen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen. Ursprünglich war die Eröffnung für Ende Oktober 2011 angesetzt, doch dieser und drei weitere Termine wurden verworfen. Zu den Ursachen für die mehrfache Verschiebung zählen Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme.

Imtech ist auf der Flughafenbaustelle unter anderem für die Arbeiten an den Brandschutzanlagen zuständig, die bereits zu milliardenschweren Verzögerungen geführt haben. Die Firma war zuletzt auch wegen Korruptionsvorwürfen in die Schlagzeilen geraten.

asc/dpa/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
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kasper993 11.08.2015
1. Hab dort mal gerabeitet....
... man mag ja mit den Mitarbeitern trauern. Aber auf der anderen Seite, das GESCHIEHT DER IMTECH RECHT. So ein Durch und durch, durchtriebenen Haufen im oberen und mittleren Management, und sogar die unteren Projektleiter dachten sie wäre riesige Nummern, habe ich noch nie gesehen. Die dachten nur weil ein paar Managerköpfe an der Spitze gerollt sind, konnten die eine Farce von wegen "neue Imtech" aufführen, und haben nicht erkannt das das "Sytem Imtech" die ganze Firma längst Durchfressen hat wie ein Geschwür. Ich will gar nicht wissen was das für Gehälter waren die die da abgesahnt haben, während der unter und einfache Mittarbeiter gar nix zählte. Das war zuletzt einfach unerträglich dort zu arbeiten.
weisnix 11.08.2015
2. weisnix
Irgendwie vermisse ich etwas... Wie war das noch mit dem kompletten Namen des Desasters? Willy brennt, oder so...
kasper993 11.08.2015
3. Ein wirklich schönes Viedeo über die Fa. Imtech
die faseln irgendwas was von Fußball und Effizienz. Und genau so war es, wer den Blender findet kriegt von der Fa. Imtech 100,- €. https://www.youtube.com/watch?v=6X0HOObwWAE
laotse8 13.08.2015
4. Es gab mal ein deutsches Unternehmen,
das als Spezialunternehmen für Flughafenbau in ganz Europa und der Welt höchst erfolgreich agierte! Dieses Unternehmen bat die Bundesregierung als infrastrukturell wichtiges Unternehmen um Schutz, als ein feindliches Übernahmeangebot durch ein finanziell wenig solides, doch unsatzstarkes spanisches Unternehmen erfolgte. Die Bundesregierung hat den Schutz verweigert. Das deutsche Unterehmen wurde übernommen und anschließend ruchlos aber lohnend filettiert, zerstückelt und ausgebeutet. Deutsche Manager und Fachleute verließen scharenweise die neuen Chefs. Das Unternehmen hieß HochTief und den sündteuren Beweis dafür, wie dumm und kurzsichtig deutsche Politik dabei handelte, liefert seitdem unablässig das Berliner Flughafenprojekt.
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