Inflation Euro schneidet besser ab als D-Mark

Es ist das hartnäckigste Vorurteil über die europäische Gemeinschaftswährung: Der Euro soll ein Teuro sein. Doch die Statistik zeigt eindeutig: Die Inflationsrate der vergangenen Jahre liegt weit unter der zu D-Mark-Zeiten.
Euro-Plakat in Madrid: Nach der Wiedervereinigung besonders starke Preisanstiege

Euro-Plakat in Madrid: Nach der Wiedervereinigung besonders starke Preisanstiege

Foto: SUSANA VERA/ REUTERS

Wiesbaden - Der Euro belehrt seine Kritiker erneut eines Besseren: Die Teuerung in Deutschland ist seit Einführung der Gemeinschaftswährung deutlich niedriger gewesen als zu Zeiten der D-Mark. Seit der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002 seien die Verbraucherpreise bis November 2011 jährlich um 1,6 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. In den zehn Jahren zuvor hatte die D-Mark-Teuerung hingegen deutlich höher bei durchschnittlich 2,2 Prozent gelegen.

Seit Einführung der D-Mark im Jahr 1948 bis Ende 2001 lag die durchschnittliche jährliche Inflation gar bei 2,6 Prozent, berichteten die Statistiker. Die häufig anzutreffende Behauptung, der Euro sei ein Teuro, wird durch diese Daten also nicht gestützt.

Das Bundesamt schränkt jedoch ein, dass Anfang der neunziger Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung besonders starke Preisanstiege zu beobachten waren. In den letzten sechs Jahren der D-Mark bis 2001 habe die durchschnittliche Jahresteuerung hingegen bei lediglich 1,4 Prozent gelegen. Experten verweisen zudem regelmäßig auf weitere Faktoren, die für eine zeitweise starke Teuerung zu D-Mark-Zeiten geführt haben. Sie nennen unter anderem die Ölkrisen in den siebziger Jahren.

yes/dpa-AFX