Inflation im Mai Preise steigen um mehr als zwei Prozent

Erneut haben sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland deutlich verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,3 Prozent. Immerhin fiel die Inflation damit etwas niedriger aus als im Vormonat.

Supermarktkasse: Werden die Preise noch weiter steigen?
AP

Supermarktkasse: Werden die Preise noch weiter steigen?


Wiesbaden - Die Inflationsrate ist im Mai gesunken - zum ersten Mal seit neun Monaten. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mit. Im April waren die Verbraucherpreise noch um 2,4 Prozent gestiegen und damit so kräftig wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Trotz des leichten Rückgangs verharrte die Teuerungsrate über der magischen Marke von zwei Prozent - jenseits dieser Grenze sieht die Europäische Zentralbank die Preisstabilität in Gefahr. Und Experten geben keinesfalls Entwarnung: Viele Ökonomen gehen davon aus, dass der Wirtschaftsboom die Inflation in den kommenden Monaten weiter anheizen wird.

Im Vergleich zum Vormonat blieben die Lebenshaltungskosten im Mai unverändert. "Während einige Lebensmittel teurer wurden, waren Heizöl und vielerorts auch Benzin billiger zu haben", sagte eine Statistikerin. Vorausgegangen war ein Preisrutsch an den internationalen Rohstoffmärkten. "Auch Reisen wurden nach den Osterferien wie üblich günstiger", hieß es. Details wollen die Statistiker am 10. Juni veröffentlichen.

Für Rentner steht unter dem Strich ein Minus

Von Entwarnung könne aber keine Rede sein, sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. "In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Inflationsrate an die Drei-Prozent-Marke heranreichen." Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt in diesem Jahr für Deutschland eine durchschnittliche Teuerungsrate von 2,6 Prozent voraus.

Für viele Arbeitnehmer bedeutet das Kaufkraftverluste, weil die Lohnerhöhungen in vielen Branchen unter der Teuerungsrate liegen. Auch für die gut 20 Millionen Rentner ist die Bilanz unerfreulich: Ihre Altersbezüge werden ab 1. Juli nur um 0,99 Prozent angehoben.

Die steigenden Preise gefährden außerdem den Konsumaufschwung: Das von der GfK ermittelte Konsumklima trübte sich bereits den dritten Monat in Folge ein und sank auf ein Jahrestief, weil viele Waren des täglichen Bedarfs teurer geworden sind. "Beim Verbraucher entsteht sehr schnell der Eindruck, dass alles teurer wird", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Durch die Inflation werde ein "beträchtlicher Teil der Einkommenszuwächse der Arbeitnehmer in diesem Jahr zunichte gemacht".

Angesichts der hohen Inflation erwarten Ökonomen nun eine weitere Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Commerzbank rechnet bereits im Juli mit dem nächsten Schritt. Die Währungshüter hatten im April zum ersten Mal seit fast drei Jahren ihre Geldpolitik gestrafft und den Leitzins von 1,00 auf 1,25 Prozent angehoben.

wal/Reuters/dpa-AFX

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crocodil 27.05.2011
1. Mai
Zitat von sysopErneut haben sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland deutlich verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,3 Prozent. Immerhin fiel die Inflation damit etwas niedriger aus als im Vormonat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,765348,00.html
[QUOTE=sysop;7930358]Erneut haben sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland deutlich verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,3 Prozent. Immerhin fiel die Inflation damit etwas niedriger aus als im Vormonat. ..wann kriege ich dann 2,3 % mehr Rente ?
Michael Giertz, 27.05.2011
2. Inflationszeitraum
Zitat von sysopErneut haben sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland deutlich verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,3 Prozent. Immerhin fiel die Inflation damit etwas niedriger aus als im Vormonat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,765348,00.html
Zumindest im Trailer sind die 2,3% Teuerungsrate ohne Basis angegeben: 2,3% pro Jahr, 2,3% zum Vormonat ... ? Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass die 2,3% auf ein ganzes Jahr bezogen sind. Die Erfahrung zeigt mir aber, dank Energieversorger, Eisenbahn & co, dass eine Teuerung von mehr als 2% innerhalb eines Monats auch denkbar sind - immerhin erhöhen die Versorger fast schon halbjährlich ihre Tarife um 10% ...
Nebhrid 27.05.2011
3. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,3 Prozent.
Hartz4 stieg in sieben Jahren um 1,5 Prozent.
marc0815 28.05.2011
4. und das ist schon zuviel!
Zitat von NebhridHartz4 stieg in sieben Jahren um 1,5 Prozent.
und es ist trotzdem so viel dass es nicht zum arbeiten motiviert! Warum auch, man bekommt 364 Euro + Miete (300 Euro) + Neben- und Heizkosten (150 Euro) = 814 Euro / Monat dann noch kostenlose Wohnungserstausstattung, Umzugskosten, Maklergebühren und andere Bonbons. Und Rechtsanwälte werden natürlich auch bezahlt wenn man sich mal ungerecht behandelt fühlt. Das erreichen viele hart arbeitenden Menschen in einigen Branchen nicht!
der_deutsche_michel 03.06.2011
5. Statistik
Zitat von sysopErneut haben sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland deutlich verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,3 Prozent. Immerhin fiel die Inflation damit etwas niedriger aus als im Vormonat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,765348,00.html
Die Preise stiegen im Mai um 2,3 % - also im Jahr mal 12 gleich 27,6 Prozent? Ist jetzt schon Revolution - oder was?
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