Rückgang auf 8,3 Prozent Inflation in den USA sinkt erstmals seit Sommer 2021

In den USA hat sich die Teuerung für Verbraucher abgeschwächt – allerdings nur wenig. Im April kosteten Waren und Dienstleistungen 8,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Kunde in einem Supermarkt in Chicago (im April): Noch immer verteuern sich Waren rasant

Kunde in einem Supermarkt in Chicago (im April): Noch immer verteuern sich Waren rasant

Foto: Jim Vondruska / REUTERS

In den USA steigen die Preise seit Längerem noch rasanter als in Deutschland. Das tun sie immer noch, allerdings hat sich die Teuerung im April zum ersten Mal seit August 2021 ein wenig abgeschwächt. Die Inflationsrate für Waren und Dienstleistungen fiel von 8,5 Prozent im März auf 8,3 Prozent, teilte das Arbeitsministerium mit. Experten hatten mit einem noch etwas stärkeren Rückgang auf 8,1 Prozent gerechnet.

Noch im März hatte die Teuerungsrate in den USA den höchsten Stand seit Ende 1981 erreicht. Materialengpässe und erhöhte Energiekosten auch infolge des Ukrainekriegs halten den Preisdruck hoch.

Die US-Notenbank Fed steuert bereits dagegen. Auch mit Blick auf den heiß laufenden Arbeitsmarkt hat sie jüngst die größte Zinsanhebung seit 22 Jahren vorgenommen. Die Währungshüter beschlossen Anfang des Monats einstimmig eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf die neue Zinsspanne von 0,75 bis 1,00 Prozent. Die Notenbank signalisierte, weitere kräftige Schritte nach oben folgen zu lassen, um die Inflation in Schach zu halten.

Manche Fachleute sehen den April-Rückgang nun zumindest als Anzeichen, dass der Höhepunkt der Inflation wohl überschritten ist: »Dies bedeutet aber nicht, dass das Inflationsproblem gelöst ist«, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Wenngleich die Inflation nun etwas niedriger sei – »von Entspannung kann allerdings bei einer Jahresteuerungsrate von über acht Prozent noch nicht gesprochen werden«, sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg.

Auch LBBW-Analyst Dirk Clench geht davon aus, dass die Teuerungsrate in den USA ihren vorläufigen Höhepunkt bereits erreicht hat. Darauf weise unter anderem auch hin, dass »der Anteil der Kleinunternehmen, welche ihre Verkaufspreise erhöht haben, im April leicht zurückgegangen ist«. Allerdings stellten die Lockdowns in einigen Millionenstädten Chinas und der Ukrainekrieg erhebliche Risiken für diese Prognose dar.

fdi/Reuters