Berechnung zu hoher Inflation Deutsches Geldvermögen schrumpft pro Kopf um 4700 Euro

Sparen während der Coronakrise hat deutschen Haushalten eine Rekordsumme beim Geldvermögen gebracht. Doch Berechnungen zufolge schmälert die Inflation das Geldvermögen nun deutlich.
Geldscheine: Vermögen schrumpfen zusammen

Geldscheine: Vermögen schrumpfen zusammen

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Die hohe Inflation sorgt laut einer Studie für einen deutlichen Kaufkraftverlust beim Geldvermögen der deutschen Privathaushalte. Der Wertverlust auf das verzinsliche Geldvermögen betrage voraussichtlich 395 Milliarden Euro, heißt es in einer Berechnung der DZ Bank.

»Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind das über 4700 Euro pro Kopf«, schreibt Studienautor Michael Stappel. Ihm zufolge liegt das an der sehr hohen Inflation.

Diese sorge für einen negativen Durchschnitts-Realzins in Höhe von minus 6,9 Prozent – trotz der mittlerweile eingeleiteten Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB). Das sei ein neuer Negativrekord und liege um 4,4 Prozentpunkte tiefer als im vergangenen Jahr.

Insgesamt beträgt das Geldvermögen der Haushalte den Angaben zufolge derzeit rund 7,7 Billionen Euro.

Im vergangenen Jahr gab es laut DZ Bank für die privaten Haushalte in Deutschland beim Geldvermögen noch einen Wertzuwachs in Höhe von 130 Milliarden Euro durch Aktien und Fonds.

Das änderte sich 2022. Allein der Dax brach im laufenden Jahr von über 16.000 auf zwischenzeitlich unter 12.000 Zähler ein. Die Kurseinbußen bei Wertpapieren und Fonds bewirkten im ersten Halbjahr deshalb einen Wertverlust von knapp 300 Milliarden Euro.

Stappel sieht jedoch keine Abkehr vom Aktienmarkt. »Panikverkäufe blieben weitgehend aus und viele Deutsche nutzten das niedrigere Kursniveau sogar für Zukäufe«, erklärte er. Mit Blick auf das kommende Jahr rechnet Stappel damit, dass das private Geldvermögen bei besserer Stimmung an den Aktienmärkten wieder zulegen werde.

Laut DZ Bank machen Bankeinlagen und Bargeld mit über 3,1 Billionen Euro mehr als 40 Prozent des Geldvermögens der privaten Haushalte aus. DZ-Experte Stappel zufolge dürfte sich daran kurzfristig nicht viel ändern, da eine große Anzahl der Verbraucher aufgrund des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds mehr Geld auf dem Girokonto parkt.

mmq/Reuters

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