Entspannung bei der Inflation Preisanstieg im Großhandel schwächt sich ab

Schwächt sich die Teuerungswelle ab? Im Großhandel liegen die Preise zwar noch immer hoch – doch im Vergleich zum Vormonat zeichnet sich sogar ein Rückgang der Preise ab.
Großmarkt in Hamburg

Großmarkt in Hamburg

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die Preise im deutschen Großhandel sind im Oktober so langsam gestiegen wie seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine nicht mehr. Sie erhöhten sich zwar um 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Das ist allerdings der geringste Zuwachs seit Februar, als der russische Überfall auf die Ukraine begann und in dessen Folge viele Rohstoffe sowie Vorprodukte erheblich teurer wurden. Im September hatte das Plus noch bei 19,9 Prozent im Großhandel gelegen. Der bisherige Höhepunkt war im April mit 23,8 Prozent erreicht worden. Das war die stärkste Zunahme seit Einführung der Statistik 1962. Im Vergleich zum Vormonat September fielen die Großhandelspreise sogar um 0,6 Prozent, weil etwa Mineralölerzeugnisse wie Benzin günstiger zu haben waren.

Der immer noch deutliche Zuwachs bei den Großhandelspreisen im Vergleich zum Vorjahr ging auch im Oktober dem Statistikamt zufolge auf stark gestiegene Kosten für viele Rohstoffe und Vorprodukte zurück. Den größten Einfluss hatte dabei der Preisanstieg im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen von 41,5 Prozent. Besonders kräftige Zuwächse gab es auch im Großhandel mit festen Brennstoffen (plus 99,1 Prozent) sowie mit lebenden Tieren (plus 52,2 Prozent). Erheblich höher waren die Preise auch für Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (plus 39,8 Prozent), chemische Erzeugnisse (plus 38,7 Prozent) sowie Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (27,6 Prozent).

Der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Die Entwicklung der Großhandelspreise ist deshalb ein wichtiger vorlaufender Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Höhere Kosten landen am Ende zumindest teilweise bei den Konsumenten. Diese müssen sich Ökonomen zufolge wohl noch auf eine längere Zeit mit erhöhten Lebenshaltungskosten einstellen.

Die Inflationsrate lag im Oktober bei 10,4 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 1951. Nahrungsmittel verteuerten sich überdurchschnittlich und kosteten 20,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

beb/Reuters

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