Verbraucherpreise Inflation sinkt leicht auf 4,9 Prozent

Die Inflation liegt niedriger als im Dezember, fällt aber etwas höher aus als von Ökonomen erwartet: In Deutschland steigen die Verbraucherpreise im Januar im Vergleich zum Vorjahr auf 4,9 Prozent.
Tafel an der Tankstelle: Viele Verbraucher bekommen die hohen Energiepreise zu spüren

Tafel an der Tankstelle: Viele Verbraucher bekommen die hohen Energiepreise zu spüren

Foto: Peter Kneffel / picture alliance / dpa

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Januar einer ersten Schätzung zufolge bei 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Damit liegt die Inflation niedriger als im vergangenen Dezember, fällt aber etwas höher aus als von Ökonomen erwartet. »Einen Einfluss haben hier weiterhin krisenbedingte Effekte, wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen und bei den Energiepreisen«, erklärte die Behörde.

Im Dezember hatten die Verbraucherpreise in Deutschland um 5,3 Prozent angezogen und damit so stark wie seit 1992 nicht mehr. Die Inflationsrate war zuletzt sechsmal in Folge geklettert, vor allem wegen steigender Energiepreise.

Angeheizt wurde die Teuerung in Europas größter Volkswirtschaft erneut vor allem von gestiegenen Energiepreisen. Verbraucher mussten im Schnitt im Januar 20,5 Prozent mehr für Haushaltsenergie und Sprit zahlen als ein Jahr zuvor.

»Da kann durchaus noch ein bisschen was nachkommen«

Die Notenbanken der USA und der Eurozone stehen wegen der hohen Teuerung unter Druck. Während die US-Notenbank als Reaktion auf die hohe Inflation für dieses Jahr bereits mehrere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hat, will die Europäische Zentralbank an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten.

Für etwas Entspannung an der Preisfront sorgte der sogenannte Basiseffekt: Die Preise wurden jetzt nicht mehr mit jenen aus dem zweiten Halbjahr 2020 verglichen, als die Mehrwertsteuer wegen der Coronakrise zeitweise von 19 auf 16 Prozent gesenkt wurde. Viele Experten hoffen, dass der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht sein könnte. »Bei der Jahresveränderungsrate dürften wir nahe am Gipfel sein«, sagte Ökonom Joachim Schallmayer von der DekaBank. Doch Haupttreiber sei vor allen Dingen der Gaspreis: »Da kann durchaus noch ein bisschen was nachkommen.«

Der Helaba-Ökonom Ralf Umlauf glaubt dagegen, dass die EZB angesichts der jüngsten Zahlen unter höherem Handlungsdruck steht: »Die Zahlen liegen insgesamt deutlich höher als erwartet«, sagte Umlauf.

mic/Reuters/dpa