Rede von EZB-Direktorin Schnabel Steigende Energiepreise »könnten EZB zu Kurskorrektur« zwingen

Die Wende zur grünen Energie könnte laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel mittelfristig für höhere Preise in der Eurozone sorgen. Die Geldpolitik dürfe über Preissteigerungen nicht hinwegsehen, so die Notenbankerin.
EZB-Direktorin Schnabel: Hohe Energiepreise als Risiko

EZB-Direktorin Schnabel: Hohe Energiepreise als Risiko

Foto: Michael Kappeler/dpa

Steigende Energiepreise könnten die Europäische Zentralbank nach Angaben von Direktorin Isabel Schnabel zu einem Vorgehen gegen die Inflation zwingen. Die Wende zu grünen Energiequellen beinhalte das Risiko einer mittelfristig höheren Inflation, sagte Schnabel in einer Rede . Wenn Energie teurer werde, könne dies die EZB zu einer Abkehr von ihrer bisherigen Geldpolitik veranlassen.

»Die Geldpolitik kann es sich nicht leisten, über Energiepreissteigerungen hinwegzusehen, wenn diese ein Risiko für die mittelfristige Preisstabilität darstellen«, sagte Schnabel.

Die Inflation im Euroraum ist im Dezember auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1997.

Die EZB hat kürzlich ihre Inflationsprognose für das neue Jahr auf 3,2 Prozent angehoben und damit fast verdoppelt. In den Reihen der Euro-Hüter sind zuletzt allerdings Warnungen vor einer länger anhaltenden hohen Inflation laut geworden. Die lockere Geldpolitik der EZB ist zuletzt zunehmend in die Kritik geraten.

mic/Reuters
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