Folgen des Krieges in Osteuropa Internationale Organisationen warnen vor Lebensmittelkrisen

Drei Dutzend Länder beziehen ihre Weizenimporte überwiegend aus der Ukraine und Russland. Nun warnen große Organisationen vor Versorgungsproblemen – und möglichen Exportverboten.
Körner in einer Weizenmühle in Beirut

Körner in einer Weizenmühle in Beirut

Foto: Mohamed Azakir / REUTERS

Angesichts des Ukrainekriegs haben vier der größten internationalen Organisationen in einem gemeinsamen Appell dringend zu einem koordinierten Vorgehen zum Schutz der Lebensmittelversorgung aufgerufen.

Es dürfe keine Exportverbote für Nahrung oder Dünger geben, heißt es in dem Aufruf des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen und der Welthandelsorganisation (WTO).

Der Krieg in der Ukraine verschärft dem Appell zufolge die bereits bestehenden Probleme durch die Coronapandemie, den Klimawandel und andere Konflikte. Weltweit seien Millionen Menschen betroffen.

Uno-Generalsekretär António Guterres sprach von einer dreidimensionalen Krise, die gleichzeitig Lebensmittel, Energie und Finanzen betreffe. Sie bedrohe bis zu 1,7 Milliarden Menschen, sagte Guterres bei der Vorstellung eines Berichtes. Die Volkswirtschaften vieler Entwicklungsländer seien in Gefahr.

»Die schwächsten Menschen auf der Welt dürfen nicht zu Kollateralschäden einer weiteren Katastrophe werden, für die sie keine Verantwortung tragen«, so Guterres. Seinen Angaben zufolge beziehen 36 Länder mehr als die Hälfte ihrer Weizenimporte aus Russland und der Ukraine.

dab/Reuters
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