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Hitze und Dürre in Italien Weinlese auf Sizilien beginnt so früh wie nie zuvor

Zwölf Tage früher als 2023 ernten Winzer auf Sizilien die ersten Trauben. Seit dem vergangenen Herbst gab es auf der Insel nur halb so viel Niederschlag wie sonst.
Weinlese: Extreme Trockenheit und frühe Hitze haben den Vegetationsverlauf der Reben beschleunigt (Symbolbild)

Weinlese: Extreme Trockenheit und frühe Hitze haben den Vegetationsverlauf der Reben beschleunigt (Symbolbild)

Foto: Francesco Ruggeri / Getty Images

Ein großes Weingut auf Sizilien hat den Startschuss für die Weinlese in Italien gegeben – früher als je zuvor. Die Winzergenossenschaft Cantine Settesoli aus Menfi im Westen Siziliens hat bereits am 18. Juli die ersten Pinot-Grigio-Trauben geerntet. Im vergangenen Jahr machte sie den Anfang in der Traubenlese am 30. Juli.

Extreme Trockenheit und frühe Hitze haben den Vegetationsverlauf der Reben in diesem Jahr beschleunigt, wie Filippo Buttafuoco von Settesoli im italienischen Fernsehen sagt. »Auf Sizilien fallen durchschnittlich 500 bis 600 Liter pro Quadratmeter Regen im Jahr. Seit dem vergangenen Herbst haben wir nur 250 Liter Niederschlag verzeichnet«, sagte Buttafuoco. »Das ist die Hälfte des Wassers, das dem Land normalerweise zur Verfügung steht.«

Es habe bereits früh hohe Temperaturen gegeben, was dazu führte, dass im Zusammenspiel mit der Trockenheit die Reben etwa zehn Tage früher als sonst ausgetrieben haben. Daher der Vorsprung von nun zwölf Tagen bei der Traubenlese. Nach den Pino-Grigio-Trauben werden in den kommenden Tagen laut Settesoli auch die Trauben für Sauvignon Blanc, Moscato und Chardonnay reif sein. Darauf folgen dann demnächst zudem die roten Trauben.

2023 hatten unter anderem extreme Wetterbedingungen wie Frühfrost, starke Regenfälle und Trockenheit einen erheblichen Einfluss auf die weltweite Weinproduktion gehabt und dazu geführt, dass sie auf einen historischen Tiefstand sank.

Auf Sizilien ist die Dürresituation derzeit ernst. Im Winter und Frühling hat es dort kaum geregnet – die Folgen sind nun im Sommer zu spüren. Einige Stauseen sind bereits ausgetrocknet, und in bestimmten Gegenden, darunter der Hauptstadt Palermo, wird sogar über Wasserrationierung nachgedacht, wie die Zeitung »Corriere della Sera«  berichtet.

bbr/dpa