Afrikanische Schweinepest Jäger in Deutschland erlegen so viele Wildschweine wie noch nie

Noch nie haben Jäger in Deutschland so viele Wildschweine erlegt. Doch weil Restaurants geschlossen sind, werden sie ihr Fleisch kaum los. Das Fleisch ist trotz Afrikanischer Schweinepest genießbar.
Über vierzig erlegte Wildschweine nach einer Treibjagd in Mecklenburg-Vorpommern (Archiv)

Über vierzig erlegte Wildschweine nach einer Treibjagd in Mecklenburg-Vorpommern (Archiv)

Foto: Jens Büttner / DPA

Die Jäger in Deutschland haben so viele Wildschweine geschossen wie nie zuvor, werden das Fleisch inzwischen aber nicht mehr so leicht los. "Durch die coronabedingte Schließung der Gastronomie - Hauptabnehmer für Wildbret im Herbst - wird es in Kürze zu großen Mengen Wildbret am Markt kommen", teilte der Deutsche Jagdverband am Donnerstag mit. Er fordert von Bund und Ländern eine Förderung etwa für die Kühlung und den Absatz des Fleisches sowie mehr Spielräume für die Direktvermarktung.

In der Ende März abgelaufenen Jagdsaison 2019/2020 haben Jäger mehr als 882.231 Wildschweine erlegt. Das waren 47 Prozent mehr als im Vorjahr und gut fünf Prozent mehr als in der bisherigen Rekordsaison zwei Jahre zuvor. "Die Jäger liefern ihren Beitrag zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest", sagte Verbandspräsident Volker Böhning.

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich

Derzeit gibt es in den von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Gebieten eine verstärkte Jagd auf Wildschweine. Die Tierseuche wurde in Deutschland bislang in Brandenburg und Sachsen festgestellt. Weder Kontakt noch Verzehr von infiziertem Fleisch ist für den Menschen gefährlich.

Der DJV kritisierte aber, dass wegen der seit dem 2. November geltenden Corona-Verordnung Bewegungsjagden zur Eindämmung der Tierseuche auszufallen drohten. Der Verband forderte eine flächendeckende Ausnahmeregelung in allen Bundesländern, wie sie in Nordrhein-Westfalen bereits gelte. Dort seien Drückjagden auf Wildschweine unter Auflagen wieder erlaubt. Auch andere Bundesländer hätten zusätzliche Hygienekonzepte für Jagden erlassen.

Grund für die verstärkte Jagd auf Wildschweine wegen der Afrikanischen Schweinepest ist, dass die Tierseuche leicht von Schwein zu Schwein übertragen werden kann und insbesondere Schweinefleischproduzenten eine Ausbreitung auch auf Hausschweinbestände fürchten. Für Schweine verläuft die Krankheit fast immer tödlich.

caw/dpa/AFP
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