Neue Auswertung Jährliche Energiekosten für Familien steigen im Schnitt auf 6092 Euro

Strom, Gas und Öl haben sich drastisch verteuert. Das zeigt das Rechenbeispiel einer Musterfamilie. Am stärksten stiegen die Kosten für das Heizen – um 107 Prozent.
Die Gaspreise sind diesen Winter hoch

Die Gaspreise sind diesen Winter hoch

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / DPA

Die Energiekosten in Deutschland haben ein neues Rekordhoch erreicht. Dies geht aus einer Auswertung des Vergleichsportals Check24 hervor.

Demnach lagen die jährlichen Kosten für Strom, Heizen und Mobilität für eine exemplarische Familie im Januar 2022 bei durchschnittlich 6092 Euro. Das sind 57 Prozent oder 2201 Euro mehr als im Januar vor einem Jahr. Im Vorjahresmonat betrugen die Kosten lediglich 3891 Euro.

»Derzeit ist Energie so teuer wie nie«, sagte Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. »Fast alle Energiearten erreichten in den vergangenen Wochen ihren Allzeitrekord und sind damit auch Treiber der aktuell hohen Inflation.«

Heizen

Am stärksten sind die Kosten für das Heizen gestiegen – um 107 Prozent. Im Januar 2021 musste der Musterhaushalt im Durchschnitt für Gas und Heizöl noch 1193 Euro zahlen, aktuell sind es bereits 2472 Euro.

Hauptgrund dafür sind die stark gestiegenen Beschaffungskosten. Die Großhandelspreise für Gas und nachgelagert auch die Endkundenpreise sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen, weil viele Gasspeicher in Europa deutlich leerer waren als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen an.

Mobilität

Ebenfalls stark gestiegen sind mit rund 25 Prozent die Kosten für Mobilität. Lagen diese im Januar 2021 noch durchschnittlich bei 1189 Euro, muss ein Musterhaushalt aktuell 1490 Euro dafür aufwenden.

Das liegt am starken Preisanstieg für Benzin (plus 24 Prozent) und Diesel (plus 29 Prozent). »Beim Tanken mit fossilen Energieträgern ist aufgrund steigender CO₂-Preise und hoher Beschaffungskosten derzeit keine Entlastung für Verbraucher*innen in Sicht«, sagte Branchenexperte Suttner.

Strom

Der Preis für 5000 Kilowattstunden Strom lag laut Check24 im Januar 2022 mit im Schnitt 2130 Euro 41 Prozent über dem Vorjahresmonat (1508 Euro) und damit auf einem absoluten Allzeithoch.

»Durch gestiegene Kosten bei der Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken, Produktionsrückgängen bei erneuerbaren Energien und gleichzeitig großer Nachfrage aus der Wirtschaft sind die Strompreise aktuell besonders hoch«, sagte Suttner.

Ver.di fordert Aussetzen der Mehrwertsteuer

Wegen der stark steigenden Energiepreise hat die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di die Bundesregierung aufgefordert, eine wirksame finanzielle Entlastung für Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

Dazu schlägt Ver.di vor, die Mehrwertsteuer auf Energie in Höhe von 19 Prozent vorübergehend auszusetzen – und Familien einen einmaligen Kinderbonus von 200 Euro zu zahlen.

hej