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Umfrage zu Corona-Folgen Jeder zweite Deutsche will weniger für Mode ausgeben

Die Pandemie macht die Konsumenten nachdenklich. Laut einer Befragung von McKinsey wollen zwei Drittel beim Modeshoppen mehr auf Nachhaltigkeit achten. Ob sie es tatsächlich tun, ist zweifelhaft.
aus DER SPIEGEL 26/2020
Foto: MARVIN IBO GÜNGÖR / GES-SPORTFOTO

Die Coronakrise macht die Deutschen womöglich zu bewussteren Konsumenten; zudem will jeder zweite künftig weniger Geld für Mode ausgeben. Das sind die Ergebnisse einer Befragung von mehr als tausend Modekonsumenten durch die Unternehmensberatung McKinsey, die dem SPIEGEL vorliegt.

Die wochenlange Lockdown-Situation, in der unter anderem die Modegeschäfte komplett geschlossen hatten, hat bei den Deutschen Eindruck hinterlassen. "Die Menschen haben den Planeten als verletzlich erlebt, das führt zur Vorsicht", sagt McKinsey-Berater Karl-Hendrik Magnus. "Zudem sind viele beeindruckt von den positiven Effekten des Lockdowns auf das Klima."

Zwei Drittel der Befragten geben an, für sie sei es jetzt noch wichtiger, die Auswirkungen auf den Klimawandel zu begrenzen. Drei Viertel sagen, dass sie Modeartikel länger nutzen und nicht mehr so schnell wegwerfen wollen. Die Verbraucher geben an, "Neuheit" sei eines der am wenigsten wichtigen Attribute für Modekäufe. Jüngere Konsumenten haben zudem ein größeres Interesse an Secondhandartikeln.

Die Berater stellten zudem fest, dass die Kunden von den Unternehmen erwarten, sich in der Krise zu engagieren. Firmen, die ihre Produktion etwa auf Desinfektionsmittel oder Gesichtsmasken umgestellt hatten, kamen bei ihnen gut weg. Die Konsumenten registrierten auch, wie fair sich einzelne Marken in der Krise zu den Arbeitern in den Textilfabriken verhalten hatten.

DER SPIEGEL 26/2020

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Dass sich Käufer in Umfragen umweltbewusst zeigen, ist nicht neu. Bislang änderte das in der Praxis jedoch wenig, zumal wenn es um Mode ging. Laut Berater Magnus gibt es nun jedoch Hinweise, dass sich das geänderte Bewusstsein auch im Verhalten der Konsumenten niederschlägt. Onlinehändler stellten demnach fest, dass Modeprodukte, die als nachhaltig beworben werden, häufiger verkauft werden als vor der Krise. "Ob das ein Trend ist, der wirklich etwas verändert, werden wir allerdings frühestens im Weihnachtsgeschäft sehen."

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