Vorbild Großbritannien Grüne wollen Werbung für Junkfood einschränken

Boris Johnson will Werbung für ungesunde Lebensmittel nur noch abends erlauben, den Grünen schwebt Ähnliches vor: Angesichts immer mehr übergewichtiger Menschen gebe es "dringenden Handlungsbedarf".
Ein deutscher Junk-Food-Klassiker: Currywurst mit Pommes

Ein deutscher Junk-Food-Klassiker: Currywurst mit Pommes

Foto: Marc Müller/ picture alliance / dpa

Die Grünen fordern eine starke Einschränkung der Werbung für ungesunde Nahrungsmittel im Fernsehen. Die Werbung für stark zuckerhaltige Produkte und andere ungesunde Lebensmittel müsse reguliert werden, sagte die Gesundheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kirsten Kappert-Gonther, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland  (RND). Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland gebe es "dringenden Handlungsbedarf".

Gerade Kinder und Jugendliche seien besonders empfänglich für die TV-Werbung, warnte die studierte Medizinerin Kappert-Gonther. Sie müssten deshalb besser vor Produkten geschützt werden, die nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgewogene Ernährung entsprächen.

Hintergrund der Grünenforderung ist eine neue Regelung in Großbritannien. Dort hatte die Regierung in der vergangenen Woche im Rahmen einer Kampagne gegen Übergewicht angekündigt, dass Werbung für sogenanntes Junkfood im Fernsehen und im Internet vor 21.00 Uhr verboten werden soll. Damit soll erreicht werden, dass Minderjährige derartigen Werbekampagnen weniger ausgesetzt werden.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte die Maßnahmen auch damit begründet, dass Fettleibigkeit den Verlauf von Erkrankungen an dem Coronavirus negativ beeinflussen könne .

CDU-Vertreter offen für Diskussion

Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, bezeichnete das zunehmende Übergewicht gegenüber dem RND als "großes gesellschaftliches Problem". Er verwies auf Präventionsprogramme der Krankenkassen oder die "Lebensmittelampel" (Nutri-Score). "Sollten auch diese Maßnahmen keinen Einfluss auf die Gewichtszunahme der Bevölkerung haben, wäre ich durchaus bereit, auch über weitergehende Maßnahmen wie beispielsweise ein Werbeverbot wie in Großbritannien zu diskutieren." 

dab/AFP
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