E-Zigarettenhersteller Juul stoppt Werbung - und wechselt den Chef

Der umstrittene E-Zigarettenhersteller Juul reagiert auf die starke Kritik. Das Start-up stellt jegliche Werbemaßnahmen ein. Zudem verlässt Firmenchef und Mitgründer Kevin Burns den Konzern.
Juul stoppte in den USA bereits die Werbung in sozialen Medien - nun verschärft das Unternehmen die Maßnahme

Juul stoppte in den USA bereits die Werbung in sozialen Medien - nun verschärft das Unternehmen die Maßnahme

Foto: REUTERS//Lucy Nicholson

Der E-Zigaretten-Hersteller Juul Labs stellt seine Firmenspitze neu auf und reagiert damit auf die wachsende Kritik der vergangenen Wochen. Vorstandschef Kevin Burns erklärte seinen Rücktritt. Ersetzen wird ihn K.C. Crosthwaite, teilte das Unternehmen mit. Mit Crosthwaite übernimmt ein Manager des US-Tabakkonzerns Altria, der mit 35 Prozent an Juul beteiligt ist.

Altria ließ außerdem verlauten, die Gespräche mit dem US-Tabakkonzern Philip Morris über eine mögliche erneute Fusion beendet zu haben. Es sei darüber keine Einigkeit erzielt worden, sagte Altria-Chef Howard Willard.

Juul will Werbung und Lobbyarbeit vorerst einstellen

Das Start-up Juul aus San Francisco steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung von E-Zigaretten an Jugendliche massiv in der Kritik und im Fokus verschiedener Ermittlungen von US-Behörden. Elektronische Zigaretten werden nach dem Tod von neun Menschen in den USA verschärft beobachtet.

Parallel zum Chefwechsel kündigte Juul an, in den USA sämtliche Werbemaßnahmen in Rundfunk, Print und Online vorerst einzustellen. Juul stoppte in der Vergangenheit bereits die Werbung in sozialen Medien, um Jugendliche vom Kauf der Produkte abzuhalten. Nun würden jede Art von Werbung und Lobbyarbeit beendet, teilte das Unternehmen mit.

Im Video: E-Zigaretten-Verbote in den USA

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Präsident Donald Trump kündigte "sehr strenge" Vorschriften an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem". Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC sind in den USA inzwischen 530 Fälle von Lungenverletzungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erfasst.

In Deutschland wurden Juul jüngst erhebliche Markteinschränkungen auferlegt. Der Firma wurde vorerst gerichtlich untersagt, Kartuschen ohne Elektro-Symbol auf dem Plastikgehäuse in den Handel zu bringen.

Eine zweite einstweilige Verfügung verbietet es Juul, Kartuschen zu vertreiben, bei denen der tatsächliche Nikotingehalt von dem auf der Packung angegebenen Wert um mehr als ein Milligramm abweicht.

flg/AFP/dpa-AFX
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