Langer Winter In Deutschland wird das Erdgas knapp

Die lange Kältewelle in Deutschland bereitet Probleme bei der Energieversorgung. Laut einem Zeitungsbericht sind die heimischen Gasspeicher nur noch zu 20 Prozent gefüllt - ein historischer Tiefststand.
Gasverdichterstation im sächsischen Sayda: Die Speicher werden langsam leer

Gasverdichterstation im sächsischen Sayda: Die Speicher werden langsam leer

Foto: MATTHIAS RIETSCHEL/ ASSOCIATED PRESS

Berlin - Wegen der anhaltenden Kälte sind nach einem Zeitungsbericht viele deutsche Erdgasspeicher fast leer. Der durchschnittliche Füllstand der 48 Speicher sei zum Wochenende auf das historische Tief von 20 Prozent gefallen, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Daten des europäischen Verbands Gas Infrastructure Europe (GIE). In vielen Regionen seien die unterirdischen Kavernen- oder Porenspeicher sogar nur noch zu weniger als fünf Prozent gefüllt.

Niedrige Füllstände führen laut dem Bericht dazu, dass der Druck im Speicher sinkt und das verbliebene Gas langsamer ausströmt. Käme es in dieser Situation zu einem Ausfall einer Import-Pipeline, etwa aus Russland, könnten die deutschen Speicher die fehlenden Erdgasmengen nicht mehr schnell genug ausgleichen.

Erdgas ist eine wichtige Energiequelle für Deutschland. Rund 16,5 Millionen Wohnungen werden damit beheizt. Die inländische Stromproduktion hängt zu rund elf Prozent von Erdgaskraftwerken ab.

Die "Welt am Sonntag" nennt mehrere Beispiele für niedrig befüllte Speicher. So meldeten die Nummer vier im deutschen Markt, die Storengy Deutschland GmbH, sowie die Leipziger Verbundnetz Gas AG Stände unter zehn Prozent. Der von einer Gasag-Tochter gesteuerte Berliner Erdgasspeicher sei nahezu leer. Andererseits gebe die Astora GmbH & Co. KG an, der größte westeuropäische Erdgasspeicher in Rheden südlich von Bremen sei noch zu einem Drittel gefüllt. "Auch wenn die nächsten Tage kalt werden, muss niemand frieren", zitiert das Blatt einen Astora-Sprecher.

stk/AFP/dpa