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05. Juli 2011, 12:16 Uhr

Kampf gegen Betrüger

Banken beschränken EC-Karten-Nutzung im Ausland

Millionen deutsche Urlauber bekommen Probleme beim Geldabheben außerhalb Europas: Laut einem Zeitungsbericht beschränken mehrere Banken den Gebrauch von EC-Karten, um Betrug damit einzudämmen. Besonders hart trifft es Kunden der Postbank.

Hamburg - Für Postbankkunden geht ab Mitte Juli außerhalb Europas gar nichts mehr. Mit ihrer EC-Karte können sie dann dort kein Geld mehr abheben, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD") am Dienstag. Auch die Deutsche Bank setzt das Abhebelimit außerhalb Europas auf null - wer trotzdem flüssig bleiben will, muss seine EC-Karte erst entsperren lassen. Auch die Sparkassen planen Beschränkungen für EC-Karten im außereuropäischen Ausland.

Auslöser der Einschränkungen ist der Betrug mit gefälschten EC-Karten, das sogenannte Skimming. Dabei werden Geldautomaten manipuliert, um an Kartendaten zu kommen. Anschließend wird Geld von den Konten der ausspionierten Kunden abgehoben.

Die Banken hatten bislang stets beteuert, das Problem im Griff zu haben. Die neuen Regelungen für das Geldabheben im Ausland lassen laut "FTD" etwas anderes vermuten: Sie zeigten, dass Skimminig offenbar mehr Schwierigkeiten mache, als bislang zugegeben.

Wegen Skimming mussten die großen Privatbanken 2010 Tausende Cash-Maschinen austauschen - sie waren zu leicht manipulierbar. Die Kosten lagen nach "FTD"-Angaben im dreistelligen Millionenbereich. Bisher ersetzten die Banken den Betroffenen lieber den Schaden, als allen Kunden Einschränkungen zuzumuten.

Nun will die Branche ihre Strategie ändern. Die neue, angeblich fälschungssichere, Kartengeneration funktioniert allerdings bisher nur in Europa. Kunden fühlen sich allerdings vor vollendete Tatsachen gestellt und schlecht informiert. Die Institute weisen die Kritik zurück.

nkk

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