Kampf gegen Euro-Krise EZB kaufte für 22 Milliarden Staatsanleihen

Im Kampf gegen die Euro-Krise haben die europäischen Währungshüter in großem Stil Staatsanleihen von Krisenländern gekauft: Innerhalb einer Woche investierte die Europäische Zentralbank 22 Milliarden Euro. Doch zu Details hält sich die Notenbank bedeckt.
Das Euro-Symbol der EZB in Frankfurt am Main: Die Kaufaktion ist umstritten

Das Euro-Symbol der EZB in Frankfurt am Main: Die Kaufaktion ist umstritten

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Ihr Eingreifen ist höchst umstritten, doch die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich angesichts der Schuldenkrise zum Handeln gezwungen: Um kriselnde Euro-Länder zu stützen, hat die Notenbank massenhaft Staatsanleihen aufgekauft. Nun gewähren die Währungshüter einen Einblick, wie viel sie investiert haben. Allein in der vergangenen Woche kaufte die EZB Anleihen im Wert von 22 Milliarden Euro, teilte die Bank mit.

Von welchen Staaten sie in der Woche bis zum 12. August Anleihen am Markt erworben hat, teilte die EZB zwar nicht mit. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es in der Masse Papiere Italiens und Spaniens waren. Die Notenbank hat damit Staatsanleihen im Wert von 96 Milliarden Euro in ihren Büchern stehen, vor allem griechische, portugiesische und irische.

EZB wird nach langer Pause wieder aktiv

Händler hatten in den zurückliegenden Tagen immer wieder davon berichtet, dass die Notenbank am Anleihemarkt zugunsten dieser Länder aktiv sei. Die EZB hatte am vorvergangenen Wochenende entsprechende Käufe beschlossen. Hintergrund ist, dass der Druck auf hochverschuldete Ländern wie Italien und Spanien gestiegen ist. Sie mussten Geldgebern zeitweise mehr als sechs Prozent Zinsen zahlen. Seit dem Eingreifen der EZB sind die Renditen auf italienische und spanische Anleihen kräftig auf knapp fünf Prozent zurückgegangen.

De facto hilft die EZB Italien und Spanien durch die Käufe, finanziell flüssig zu bleiben und nimmt den Druck von den dortigen Banken.

Die EZB hatte ihr Anleihekaufprogramm im Mai 2010 auf dem ersten Höhepunkt der Griechenland-Krise gestartet. Bevor die Notenbank vergangene Woche wieder Aufkäufe startete, hatte sie mehr als vier Monate pausiert. Nun startete sie unter dem Eindruck der sich verschärfenden Krise wieder ihre Aktivitäten am Markt. Das Anleihekaufprogramm ist heftig umstritten. Die Notenbank leiht den Staaten damit auf Umwegen Geld. Kritiker monieren, dass die Währungshüter damit ihre Unabhängigkeit verlieren.

dis/dpa/Reuters
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