Nach Förderstopp KfW nimmt ab Dienstag wieder Anträge für Sanierungsvorhaben an

Mit dem abrupten Finanzierungsstopp für klimafreundliche Sanierung hat die Bundesregierung Tausende Bürger schockiert. Nun können wieder Zuschüsse beantragt werden.
Neu eingebaute Fenster: Bauherren können wieder auf Zuschüsse setzen

Neu eingebaute Fenster: Bauherren können wieder auf Zuschüsse setzen

Foto: Thomas Trutschel / photothek / IMAGO

Wer ein komplett neues Haus plant, muss noch warten. Doch für klimafreundliche Sanierungen geht es wieder los: Bürgerinnen und Bürger in Deutschland können ab Dienstag wieder neue Anträge auf KfW-Zuschüsse für energieeffizientes Sanieren stellen.

»Die Sanierungsförderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet damit wieder. Die Förderbedingungen für Sanierungsmaßnahmen bleiben unverändert«, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Mit der Bearbeitung der Altanträge, die bis zum vorläufigen Antragsstopp am 23. Januar eingegangen waren, habe die Förderbank bereits begonnen.

Am vergangenen Mittwoch hatten die Bundesregierung und der Haushaltsausschuss des Bundestags 9,5 Milliarden Euro für die BEG bereitgestellt und damit die Wiederaufnahme der kurzzeitig gestoppten Sanierungsförderung ermöglicht.

Neubauförderung wird überarbeitet

Das Geld soll nach Ministeriumsangaben sowohl für die Abarbeitung der bis vor dem 24. Januar gestellten Altanträge als auch für die Wiederaufnahme der Sanierungsförderung und zur Neuauflage der EH40-Neubauförderung bestimmt sein. Die 9,5 Milliarden Euro sollen demnach »die Finanzierung bis zur Verabschiedung des regulären Haushaltes sichern«.

Für die Neubauförderung nach dem EH40-Standard liefen derzeit noch die Vorbereitungen, hieß es weiter. Sie soll unter geänderten Konditionen wieder aufgenommen werden, während die für Sanierungen gleich bleiben.

Die Bundesregierung hatte am 24. Januar – kurz vor Ende der Antragsfrist – mitgeteilt, dass die derzeitige Energieeffizienz-Förderung der staatlichen KfW-Bank mit sofortiger Wirkung gestoppt wurde.

Betroffen davon waren neben der Neubauförderung nach dem KfW-Effizienzstandard EH55 und dem höheren EH40-Standard auch energetische Sanierungen von Gebäuden.

Grund für den Förderstopp war laut Wirtschaftsminister Robert Habeck, dass die Mittel für die Fortsetzung des Programms bereits ausgeschöpft waren. (Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe  zum Ende der Förderung.)

Effizienzhaus-55-Programm ist Vergangenheit

Nach scharfem Protest aus der Wohnungsbranche verkündete das Wirtschaftsministerium, dass vor dem 24. Januar eingegangene Anträge doch noch bearbeitet werden.

Damit fehlte Wohnungsunternehmen und Bauherren aber immer noch eine Woche, um Anträge fristgerecht einzureichen, denn ursprünglich hätte das sogenannte Effizienzhaus-55-Programm (EH55) am 31. Januar auslaufen sollen. EH55 bedeutet, dass die Gebäude nur 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen.

Das Effizienzhaus-55-Programm, das weniger Vorgaben als EH40 macht, soll auch nicht wieder aufgenommen werden und wurde zum 24. Januar endgültig eingestellt. Die Regierung will aber doch noch die Anträge bearbeiten, die bis 23. Januar eingegangen sind.

mmq/dpa/AFP