250 Euro ab dem ersten Kind Ampel vereinbart stärkere Erhöhung des Kindergeldes

Familien können sich ab 2023 auf ein höheres Kindergeld einstellen als zunächst gedacht. Wie der SPIEGEL erfuhr, haben sich die Ampelpartner auf 250 Euro statt 237 Euro ab dem ersten Kind verständigt.
Familie beim Spaziergang: Kommt ein noch höheres Kindergeld?

Familie beim Spaziergang: Kommt ein noch höheres Kindergeld?

Foto: Roberto Pfeil / dpa

Die Bundesregierung will Familien weitaus stärker finanziell unterstützen als bislang geplant. Die Fachpolitiker der Ampelfraktionen von SPD, Grünen und FDP hätten sich am Mittwoch auf eine Anhebung auf 250 Euro zum 1. Januar 2023 verständigt, sagte der finanzpolitische Sprecher der FDP, Markus Herbrand, der Nachrichtenagentur Reuters. Auch der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Schrodi, bestätigte dem SPIEGEL eine Einigung unter den Fachpolitikern der Ampel.

Aktuell beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind je 219 Euro monatlich . Für das dritte Kind werden aktuell 225 Euro gezahlt. Ab dem vierten Kind gibt es bereits jetzt 250 Euro. Bislang war zum Jahresanfang 2023 eine Erhöhung auf 237 Euro für die ersten drei Kinder geplant.

Der Bundestag soll bereits am Donnerstag über die neue Summe abstimmen.

»Die Ampel legt bei der Entlastung von Familien noch eine Schippe drauf«, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Besonders für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen bedeute das eine wichtige zusätzliche monatliche Entlastung. FDP-Fraktionsvize Christoph Meyer erklärte: »Das ist die größte Erhöhung des Kindergeldes in der Geschichte der Bundesrepublik.«

Perspektivisch soll das Kindergeld in Deutschland von einer Kindergrundsicherung abgelöst werden, die diverse Familienleistungen bündeln würde. Es soll dann einen einkommensunabhängigen Garantiebetrag für alle Kinder und Jugendlichen geben. Familien mit einem geringen Einkommen sollen einen Zusatzbetrag erhalten. Familienministerin Lisa Paus (Grüne) will, dass 2025 das erste Geld aus dieser Grundsicherung ausbezahlt wird. Über die Höhe ist bisher nichts bekannt.

Mit der Einigung beim Kindergeld verständigte sich die Koalition auf Änderungen am Inflationsausgleichsgesetz, das am Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden soll.

»Mit der Einigung auf den Abbau der kalten Progression auf Basis der Herbstprojektion sorgen wir dafür, dass alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mehr Geld zur Verfügung haben und nicht länger durch versteckte Steuererhöhungen zusätzlich zur Kasse gebeten werden«, sagte FDP-Politiker Herbrand. »Zusammen mit der Erhöhung des Kindergeldes auf 250 Euro und notwendigen Verschiebungen im Solidaritätszuschlagsgesetz hat die Koalition ein Gesamtpaket geschnürt, das auch die individuelle Leistungsfähigkeit von Familien und Gutverdienenden berücksichtigt.« Nun seien »die Länder aufgefordert, den eingeschlagenen Pfad der Entlastung zu unterstützen und nicht durch überzogene Forderungen zu blockieren«.

mmq/kev/Reuters/dpa
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