Modekonsum Worauf Eltern beim Kauf von Kinderkleidung achten

Für den Nachwuchs nur das Beste: Eltern in Deutschland achten beim Kauf von Kinderkleidung vor allem darauf, ob gefährliche Chemikalien verwendet werden. Marken oder Preise sind ihnen dagegen laut einer Studie unwichtig.

Kita-Gruppe (in Niedersachsen): Eltern achten auf Giftstoffe
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Kita-Gruppe (in Niedersachsen): Eltern achten auf Giftstoffe


Eltern sind die Umwelttrendsetter in Deutschland: Wenn Mütter oder Väter Kleidung für ihre Kinder kaufen, dann achten sie vor allem auf den Schadstoffgehalt. Die Marke oder der Preis spielten dagegen kaum eine Rolle, heißt es in einer von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegebenen Umfrage unter rund 450 Müttern und Vätern.

Demnach kaufen auch Eltern vor allem im Internet oder in Ladenketten, aber vor allem Mütter nutzen auch umweltfreundliche Alternativen wie Secondhandläden, Flohmärkte oder Tauschbörsen.

"Eltern sind die Vorreiter des alternativen Modekonsums. Mitten im Mode-Überfluss tauschen, leihen oder kaufen Eltern gebrauchte Kleidung, weil es Geld spart und oft praktischer ist", sagt Kirsten Brodde, Textilexpertin von Greenpeace.

Die Ergebnisse stehen in krassem Gegensatz zu einer ebenfalls von den Umweltschützern in Auftrag gegebenen Umfrage unter Jugendlichen - die hatten zugegeben, sich vor allem an Preis und Marke zu orientieren und Herstellungsbedingungen bewusst zu ignorieren. Eltern handeln umgekehrt: 58 Prozent der befragten Mütter war es vor allem wichtig, dass die Kleidung frei von Chemikalien ist - die Marke spielt nur für fünf Prozent eine Rolle.

Greenpeace fährt seit Langem eine Kampagne gegen umweltgefährdende Produktionsbedingungen in der Bekleidungsindustrie. In vielen asiatischen Herstellungsländern vergiften Textilfabriken die Flüsse, allein in den großen Städten Chinas sind der Organisation zufolge mehr als 60 Prozent der Trinkwasserreserven ernsthaft verschmutzt.

Bisher haben sich 31 Firmen von der Billigmodekette H&M über Adidas bis zu Aldi Greenpeace gegenüber zu einer giftfreien Kleidungsproduktion verpflichtet. Die Organisation will sich jetzt auch für einen "anderen Kleidungskonsum" einsetzen und für gebrauchte Mode werben und hat zu diesem Zweck eine Deutschlandkarte online gestellt, auf der regionale Secondhandläden, Geschäfte für Ökomode oder Repair-Cafés eingezeichnet sind.

Dass Eltern generell umweltbewusster sind, gibt die Umfrage allerdings kaum her: Es ist wenig überraschend, dass Mütter und Väter ihre Kinder vor dem Kontakt mit zu vielen Schadstoffen schützen wollen. Zudem scheint die Zielgruppe der Online-Umfrage nicht dafür geeignet, allgemeine Aussagen zu treffen: Es haben ausschließlich Akademiker im Alter von 20 bis 45 Jahren teilgenommen.

nck

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
darkblu2006 08.05.2015
1. Akademiker ?
Das hat damit aber gar nichts zu tun , ich bin kein Akademiker und achte trotzdem auf Schadstoffe in den Klamotten für meine Tochter .Und es wird munter getauscht und gebraucht gekauft und verkauft ...
diniz 08.05.2015
2. Akademiker mit 20?
Entweder hat da jemand House Keeping in den USA für 1 Jahr studiert oder hat schon mit 14 Jahren angefangen zu studieren. Kann ich mir sonst nicht anders Vorstellen wie man mit 20 Jahren schon Akademiker und Vater / Mutter sein sollte.
wrzlbrnft 08.05.2015
3. Prüft jemand die Verpflichtungserklärung?
Bei vielen der bei der Verpflichtungserklärung genannten Firmen bin ich äusserst skeptisch, ob dies nur ein Stück Papier ist - ohne konkrete Auswirkung auf die Produkte. Wer prüft die Produkte?
FlinxDE 08.05.2015
4. mit 20 Jahren schon Akademiker
Vielleicht hat da jemand mit 18 angefangen zu studieren und dann ein Kind bekommen? Sowas soll ja durchaus vorkommen. Davon abgesehen halte ich die Untersuchung auch nicht wirklich für repräsentativ, wenngleich ich die beschriebenen Tendenzen auch in meinem Umfeld beobachte.
redspot 08.05.2015
5.
Na klar werden die meisten angeben, dass sie auf Giftstoffe achten, schliesslich will bei so einer Frage kein Elternteil als verantwortungslos dastehen und da kreuzt man ganz selbstverständlich das "Richtige" an. Die meisten achten vielleicht auch tatsächlich darauf, aber die Realität spiegelt sich eben nicht in solchen Umfragen wider. Aber vielleicht ist das auch ein Teil der (gutgemeinten) Kampagne: "Wir achten alle ganz doll auf Giftstoffe"
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