Klimaschutz durch weniger Pendler Greenpeace fordert staatliche Homeoffice-Förderung

Mobiles Arbeiten gegen die Erderwärmung: Laut Greenpeace könnten Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden, wenn mehr Menschen dauerhaft von zu Hause arbeiten.
Bald ein Bild der Vergangenheit? Pendlerstau bei Köln

Bald ein Bild der Vergangenheit? Pendlerstau bei Köln

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Telefon und Videokonferenz statt tägliche Autofahrten ins Büro: Wenn mehr Menschen öfter im Homeoffice arbeiten, könnte das einer Greenpeace-Studie zufolge Treibhausgase in erheblichem Ausmaß einsparen.

Der CO2-Ausstoß im Verkehr könnte so um 1,6 bis 5,4 Millionen Tonnen pro Jahr sinken, wenn zwei von fünf Arbeitnehmern an zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten, zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) im Auftrag der Umweltschutzorganisation (hier geht's zu dem Dokument ). Zum Vergleich: Im gesamten Verkehrsbereich in Deutschland entstanden im vergangenen Jahr 166 Millionen Tonnen CO₂.

"Die Corona-Monate haben gezeigt, dass sich viele Arbeiten problemlos von zu Haus erledigen lassen", sagte Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan. "Bundesregierung und Unternehmen sollten die Arbeit im Homeoffice jetzt konsequent fördern, denn Telearbeit schützt das Klima." Im Frühjahr hatten wegen der Corona-Pandemie sehr viel mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet als sonst.

Dienstreisen wurden nicht mit einkalkuliert

In der Studie geht es nur um den täglichen Pendelverkehr, nicht die Treibhausgase, die zusätzlich bei Dienstreisen entstehen. Als Grundlage diente der Datensatz "Mobilität in Deutschland" von 2017 des Bundesverkehrsministeriums.

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Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, seien auch kleine Schritte nötig, heißt es in der Studie – Telearbeit auszuweiten, sei eine Möglichkeit. Sie könne aber nur ein Teil der Lösung sein, denn sie komme überwiegend für gut ausgebildete und entsprechend gut verdienende Arbeitnehmer infrage.

Die Möglichkeit, Arbeiten mobil zu erledigen, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wissenschaftler der Universität Mannheim hatten den Anteil aller Arbeitsplätze, bei denen ein erheblicher Teil der anfallenden Aufgaben auch aus der Ferne zu erledigen ist, auf 42 Prozent geschätzt.

Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede: In vielen stark durch traditionelle Industrien geprägten Gebieten in Süddeutschland etwa liegt der WFH-Anteil (working from home) unter 40 Prozent. In Städten wie Hamburg, Berlin und Köln hingegen ist er mit 44 oder 45 Prozent besonders hoch. 

beb/dpa
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