Klima und Ukrainekrieg Frankreich geht der Dijon-Senf aus

Mon dieu! Im Heimatland des Dijon-Senfs bleiben die Supermarktregale für die Spezialität immer häufiger leer. Erst zerstörte extremes Klima wichtige Ernten, nun verknappt der Ukrainekrieg das Angebot an Senfsaat.
Noch gut bestückt: Senffachgeschäft im französischen Dijon Anfang Mai

Noch gut bestückt: Senffachgeschäft im französischen Dijon Anfang Mai

Foto: JEFF PACHOUD / AFP

Der auch hierzulande zunehmend beliebte Dijon-Senf wird in dem Land zur Mangelware, in dem er erfunden wurde: In Frankreich bleiben die für ihn vorgesehenen Regale in den Supermärkten immer öfter leer, berichtet der britische »Guardian«  unter Berufung auf eigene Stichproben.

Französische Senfproduzenten begründen den Engpass demnach damit, dass im vergangenen Jahr die Produktion des benötigten Senfsaatguts um die Hälfte eingebrochen sei. Grund dafür seien wiederum klimabedingt schlechte Ernten sowohl im für diesen Senf wichtigsten Anbauland Kanada als auch in der französischen Region Burgund, in der auch die Stadt Dijon liegt.

Allerdings waren es demnach verschiedene Klimaereignisse, die zu den schlechten Ernten führten: In Kanada habe eine Hitzewelle im Juli 2021 die Pflanzen verdorren lassen, zitiert die Zeitung den Geschäftsführer des französischen Senfproduzenten Reine de Dijon. In Burgund wiederum habe ein sehr nasser Winter und ein kurzzeitiger Kälteanbruch im April 2021 die Ernte um mehr als die Hälfte unter den Erwartungen ausfallen lassen.

Nun habe der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine das Angebot an Senfsaaten weiter verknappt. Sowohl die Ukraine als auch Russland sind wichtige Exporteure. Als Reine de Dijon im April 50 Tonnen Senfsaat auf dem Weltmarkt habe kaufen wollen, habe der Preis das Sechsfache des normalen Vorjahrespreises betragen, so der Geschäftsführer. Ein weiterer französischer Hersteller, Edmond Fallot, teilte dem »Guardian« mit, dass nicht nur das knappe Saatgut die Produktion drossele, sondern auch höhere Preise für andere benötigte Rohstoffe wie Glas, Papier und Wein.

fdi