Kontrolle von Finanzberatern Aigner schickt verdeckte Ermittler in Banken

Verbraucherministerin Ilse Aigner will Bankberater schärfer kontrollieren: Wer Geldanlagen verkauft, muss künftig mit einem Besuch von einem staatlichen Tester rechnen. Was bei einem negativen Ergebnis geschieht, verrät die CSU-Politikerin allerdings nicht.

CSU-Ministerin Ilse Aigner: "Gesetze helfen nur, wenn sie jemand kontrolliert"
AP

CSU-Ministerin Ilse Aigner: "Gesetze helfen nur, wenn sie jemand kontrolliert"


Berlin - Anlageberatern in deutschen Banken droht unangenehmer Besuch: Die Verbraucherministerin Ilse Aigner will die Verkäufer von Wertpapieren und Fonds mit Hilfe von von verdeckten Ermittlern kontrollieren. "Künftig werden von staatlicher Seite aus verdeckte Ermittler eingesetzt und nicht nur die allgemeinen Bedingungen geprüft", sagte die CSU-Ministerin dem "Handelsblatt".

Seit der Finanzkrise stehen die Berater der Banken immer wieder in der Kritik. Der Vorwurf: Sie verkaufen den Kunden hochriskante Anlagen - weil diese am meisten Provision bringen. Die Mitarbeiter stehen dabei häufig unter einem enormen Druck, darunter leidet eine ausführliche und vor allem ausreichende Beratung.

Aigner will nun den finanziellen Verbraucherschutz ausbauen, sagte sie dem "Handelsblatt". Die Kontrollen sollen Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ( BaFin) übernehmen.

Bislang ist es vor allem die Stiftung Warentest, die Stichproben bei Anlageberatern durchführt. Und diese ergaben häufig ein verheerendes Bild: Bei einer Kontrolle im Juli etwa fielen von 21 Banken sechs bei den Testern durch - kein einziges Institut erhielt die Note "gut" oder "sehr gut".

Aigner sagte, dass die Stiftung Warentest auch in Zukunft mit ihren Vergleichstests über die Qualität der Bankberatung wichtig sei. Sie habe "allerdings das Problem, dass die Informanten nicht genannt werden dürfen und die Ergebnisse deshalb von den Banken oft infrage gestellt werden".

Auch der BaFin seien bisher die Hände gebunden. "Gesetze helfen aber nur dann, wenn jemand kontrolliert, ob sie eingehalten werden", sagte Aigner. Welche Strafen bei einer mangelhaften Beratung folgen, verriet die Ministerin allerdings nicht.

cte/dapd/AFP



insgesamt 45 Beiträge
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the_flying_horse, 27.12.2010
1. so kennen und lieben wir sie...
Die bekommen jetzt sicher das große Zittern... Unsere Populismus-Tante schlägt wieder zu, keine Ahnung, keinen Konsequenzen - aber großes Getöse - so kennen und lieben wir sie...
Yeswecant, 27.12.2010
2.
Zitat von sysopVerbraucherministerin Ilse Aigner will Bankberater schärfer kontrollieren: Wer Geldanlagen verkauft, muss*künftig mit einem Besuch von einem staatlichen Tester rechnen. Was bei einem negativen Ergebnis geschieht, verrät die CSU-Politikerin allerdings nicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,736623,00.html
Böser Bankberater! Du Du Du! Nächstes mal wollen wir aber eine Selbstverpflichtung von dir! Solche Aktionen dienen einzig und allein dem Zweck, schärfere Gesetze und Sanktionen zu verhindern. Wieviele Kontrolleure werden denn bundesweit eingestellt? Fünf? Zehn? Aigner hat es ja auch nicht für nötig gehalten, den Bleigehalt in Kinderschmuck zu regulieren, nachdem schon die EU das abgelehnt hat: http://www.wdr.de/tv/monitor/presse/2010/101209_1.php5
ratxi 27.12.2010
3. Das ist gut.
Zitat von sysopVerbraucherministerin Ilse Aigner will Bankberater schärfer kontrollieren: Wer Geldanlagen verkauft, muss*künftig mit einem Besuch von einem staatlichen Tester rechnen. Was bei einem negativen Ergebnis geschieht, verrät die CSU-Politikerin allerdings nicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,736623,00.html
Wer richtig berät, hat nichts zu befürchten. Wichtig ist jedoch, dass eine völlig falsche Beratung wesentlich gravierende Folgen für den Arbeitgeber hat, als für den Mitarbeiter, der sich dem Druck ja schwer entziehen kann. Das ist ungefähr so, wie mit dem Chef, der den Wagen nicht mit Winterreifen ausrüstet, weil der "im März ja weg kommt". Der Mitabbeiter kann so kaum fahren, darf es auch nicht, aber wenn er sich weigert, ist seine Karriere zu Ende...
Roßtäuscher 27.12.2010
4. Frau Aigner wäre auch nicht beim BND in Pullach zu gebrauchen
Zitat von sysopVerbraucherministerin Ilse Aigner will Bankberater schärfer kontrollieren: Wer Geldanlagen verkauft, muss*künftig mit einem Besuch von einem staatlichen Tester rechnen. Was bei einem negativen Ergebnis geschieht, verrät die CSU-Politikerin allerdings nicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,736623,00.html
So etwas zieht man als geheime Kommandosache durch, hätte schon der sturmerproble Gehlen gemeint. Bei der Verbraucherministerin muss man sich wirklich fragen, für was sie ihre monatlichen üppigen Diäten einstreicht. Nur noch übertroffen durch einen papiertragenden Boten von einem Zimmer ins andere bei einer Behörde, für wesentlich weniger Geld.
goox 27.12.2010
5. "Gesetze helfen aber nur dann, wenn jemand kontrolliert, ob sie eingehalten werden",
"Gesetze helfen aber nur dann, wenn jemand kontrolliert, ob sie eingehalten werden", sagte Aigner. Haben wir da nicht eine tolle Einrichtung, names Polizei sprich die Executive. Und sollte nicht die Legislative, sprich Frau Ministerin Aigner mit geeigneten Gesetzen, dafür Sorge tragen, dass hier die Polizei die nötigen Instrumente dafür erhält? Zumindest so lernt man es als geneigter Schüler, wie es in einer Demokratie zugehen sollte.
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