Inflation Lebensmittel verteuern sich stark, Öl wird billiger

Fleisch und Obst waren im März fast neun Prozent teurer als im Vorjahr - Energie kostete dagegen weniger. Insgesamt lag die Inflation bei 1,4 Prozent.
Supermarkt in Schleswig-Holstein: Fleisch und Obst fast neun Prozent teurer

Supermarkt in Schleswig-Holstein: Fleisch und Obst fast neun Prozent teurer

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Frank Molter/ dpa

Fallende Ölpreise haben die Inflation in Deutschland deutlich gedämpft - obwohl Nahrungsmittel deutlich teurer wurden. Die Verbraucherpreise stiegen im März nur noch um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit . Damit bestätigte sich eine erste Schätzung der amtlichen Statistiker. Im Februar hatte die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank sieht einen Wert von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an.

Die Ölpreise sind zuletzt regelrecht abgestürzt. Dadurch verbilligte sich Energie um 0,9 Prozent zum März 2019. "Am stärksten gaben die Preise für Heizöl infolge des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt nach", erklärten die Statistiker. Sie brachen um fast ein Fünftel ein, während Kraftstoffe um 3,3 Prozent günstiger wurden. Strom und Erdgas wurden hingegen um 4,5 beziehungsweise 2,3 Prozent teurer. Rohöl hatte sich wegen der weltweiten Rezession infolge der Coronavirus-Pandemie und des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland stark verbilligt.

Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen um 3,7 Prozent und damit so kräftig wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. "Hier stiegen insbesondere die Preise für Fleisch und Fleischwaren sowie Obst mit jeweils 8,8 Prozent", so das Statistikamt. Bei Dienstleistungen lag der Preisaufschlag bei 1,4 Prozent, wobei die Nettokaltmieten um 1,5 Prozent anzogen.

Die Teuerungsrate dürfte im laufenden Jahr auf 0,6 Prozent fallen, nachdem sie 2019 noch bei 1,4 Prozent lag, sagen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Gutachten für die Bundesregierung voraus. "So dürften sich die privaten Haushalte mit Konsumausgaben, bei denen Begegnungen mit anderen Personen das Ansteckungsrisiko erhöhen, vorerst zurückhalten", heißt es darin. "Die geringere Nachfrage in diesen Bereichen wirkt in der Tendenz preisdämpfend." Demgegenüber dürften sich die Preise dort erhöhen, wo sich das Angebot aufgrund von Engpässen durch gestörte Lieferketten oder fehlende Arbeitskräfte verknappe.

fdi/Reuters