Legehennen Aigner schmettert Großkäfig-Verbot bis 2023 ab

Die Haltung von Legehennen in Großkäfigen ist hoch umstritten - und nach dem Willen der Bundesländer soll bis 2023 damit Schluss sein. Entscheiden muss die Regierung - doch Landwirtschaftsministerin Aigner lehnt den Vorschlag der Länder ab.


Berlin - Nach dem Verbot der Legebatterien sollen jetzt Großkäfige für 20 bis 60 Hühner spätestens Ende 2023 untersagt werden. Das fordert der Bundesrat in einem am Freitag gebilligten Entwurf einer neuen Verordnung für die Haltung von Legehennen in Kleingruppen-Käfigen. In Härtefällen soll es Ausnahmen bis Ende 2025 geben.

Die Länderkammer stellte sich damit gegen Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU), die Übergangsfristen bis 2035 festlegen wollte. Mit ihrer Verordnung war sie aber im vergangenen September am Widerspruch des Bundesrats gescheitert. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) lehnte den Vorschlag des Bundesrats ab. Der Streit geht damit in eine neue Runde.

Die Neuregelung muss bis Ende März stehen, sonst gilt Länderrecht. In diesem Fall werde es in Deutschland einen Flickenteppich an unterschiedlichen Regelungen geben, sagten die Landwirtschaftsminister von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, Gert Lindemann (CDU) und Ulrike Höfken (Grüne). Die beiden Länder hatten den jetzt im Bundesrat akzeptierten Kompromiss vorgelegt.

Millionen von Legehennen fristen ihr Dasein in Kleingruppenhaltung oder sogar in Legebatterien. Beide Haltungsformen sind Käfige. Sie unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Größe.

Die Hühner und das DIN-A-4-Blatt

Die Legebatterie hätte laut EU-Beschluss schon zum 1. Januar EU-weit abgeschafft sein müssen. Doch Ende Januar sah sich die Europäische Kommission genötigt, Vertragsverletzungsverfahren gegen 13 Länder zu eröffnen. Dort werden Hühner noch immer in den kleinen Käfigen gehalten. Anders als in Deutschland wurden in fast der Hälfte der Mitgliedsstaaten - darunter Frankreich, die Niederlande und Polen - die Käfige noch nicht vergrößert und artgerecht ausgestattet.

Dadurch würden nicht nur 40 Millionen Hennen gequält, erklärte die Kommission. Die Länder, die sich nicht an die Regeln hielten, verschafften sich auch unlautere Wettbewerbsvorteile, weil illegale Eier und Eiprodukte weiterhin auf den europäischen Markt gelangten. Bis Ende März haben die betroffenen Regierungen Zeit, Abhilfe zu schaffen. Sonst droht ihnen eine Klage beim Europäischen Gerichtshof, der hohe Geldbußen verhängen könnte.

In einer Legebatterie stehen jedem Huhn 550 Quadratzentimeter Platz zu, das ist weniger als die Fläche eines DIN-A-4-Blattes (624 Quadratzentimeter). In der Kleingruppenhaltung teilen sich 20 bis 60 Hühner einen Käfig, wobei jede Henne mindestens 800 Quadratzentimeter Fläche haben soll.

ssu/dpa/dapd



insgesamt 11 Beiträge
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oneworldnow 02.03.2012
1. Armselig,nicht arm
Zitat von sysopDie Haltung von Legehennen in Großkäfigen ist hoch umstritten - und soll bald verboten werden. Nach dem Willen der Bundesländer soll bis 2023 damit Schluss sein. Entscheiden muss aber die Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,818858,00.html
sind die Menschen,die für alles Mögliche und Unnötige Geld haben,aber nicht bereit sind 5 cent mehr für ein Bio-Ei zu bezahlen. Das ein Mensch,ohne jedes Verantwortungsgefühl und menschlicher Fürsorgepflicht für andere,abhängige und uns ernährende Lebewesen Ministerin in unserem Land ist,beschämt mich zutiefst.
taxidriver 02.03.2012
2. Das muss der blanke Horror sein das ganze Leben im Käfig
Zitat von sysopDie Haltung von Legehennen in Großkäfigen ist hoch umstritten - und soll bald verboten werden. Nach dem Willen der Bundesländer soll bis 2023 damit Schluss sein. Entscheiden muss aber die Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,818858,00.html
Wenn man sich das vorstellt, das ganze Leben in so einem engen Käfig, das muss der blanke Horror sein. Wenn die Tiere nicht frühzeitig gegen Viren geimpft und mit Antibiotika gegen verschiedenste Bakterien resistent gemacht würden, dann könnten die das gar nicht überleben. Dann noch das Schabelabpetzen usw. Ganz sachlich und nüchtern betrachtet ist die aktuelle Menschheit zu einer Versammlung von perversen Monstern mutiert, wie sie auf der Erde nie auch nur ansatzweise gegeben hat.
sappelkopp 02.03.2012
3. Es ist doch immer das selbe...
Zitat von sysopDie Haltung von Legehennen in Großkäfigen ist hoch umstritten - und soll bald verboten werden. Nach dem Willen der Bundesländer soll bis 2023 damit Schluss sein. Entscheiden muss aber die Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,818858,00.html
...die Menschen sind bereit für alberne Smartphones viele Hundert Euro hinzublättern und das alle paar Jahre. Aber für bessere Lebensmittel wollen sie nicht zahlen. Sieht eben nicht der Nachbar, wenn man sich gesund ernährt. Das Handy, den dicken Wagen und die Urlaubsreise sieht er schon. Da liegen bei den Leuten die Prioritäten. Und hinterher von Skandal reden, wenn diese billigen Lebensmittel gesundheitschädlich sein sollen. Lächerlich! Das meiste was die Menschen in sich reinstopfen ist von geringer Qualität, aber billig.
silenced 02.03.2012
4. <->
Man glaubt gar nicht, wie toll es ist, eigene Hühner zu haben, die ordentlich gehalten werden und Eier legen, die kräftig Gelb sind, eine sehr feste Schale haben und zudem noch nach etwas schmecken. Es gibt übrigens fast überall genug Bauern die ihre Eier verkaufen, von Hühnern, die frei herumlaufen und noch wissen, wozu sie ihren Schnabel haben. Einfach mal vorbeifahren und nachfragen bei einem der Bauern ihrer Wahl. Guten Appetit! :)
Dr. Fuzzi 02.03.2012
5. Och Joh!
Wen die Entscheidungen der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner wundern, sollte sich bewusst machen, das diese vor allem die Interessen der industriellen landwirtschaftlichen Produktion vertritt. Der engagierte kleinbäuerliche Betrieb wird zwar gerne besucht. spielt aber genauso wenig eine Rolle in ihren politischen Erwägungen, wie der Mittelstand. Das ist, wie bei allen Politiker inzwischen üblich, eine eher sehr lästige Klientel, ohne nennenswerte Lobby - ergo kein alltägliches Umsonst-Fressen beim Edelitaliener; ergo uninteressant!
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