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22. Dezember 2014, 11:22 Uhr

Stärkstes Reallohn-Plus seit drei Jahren

Mini-Inflation lässt Deutschen mehr vom Lohn

Die Deutschen haben so viel Geld für Konsum übrig wie seit drei Jahren nicht mehr. Das liegt nicht nur an höheren Löhnen - auch die Preise steigen langsamer als früher.

Berlin - Dank der niedrigen Inflation können sich Arbeitnehmer in Deutschland über den kräftigsten Anstieg ihrer Reallöhne seit drei Jahren freuen. Diese legten von Juli bis September um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. So stark waren sie seit dem zweiten Quartal 2011 (plus 1,9 Prozent) nicht mehr gestiegen.

Hauptgrund dafür ist die geringe Teuerung: Die Verbraucherpreise waren im dritten Quartal 2014 nur um 0,8 Prozent höher als im Vorjahresquartal, während die Nominallöhne im gleichen Zeitraum um 2,6 Prozent zulegten. Aus der Differenz der beiden Größen ergibt sich der Reallohn-Zuwachs.

Auch im Gesamtjahr 2014 dürften die Beschäftigten nach Abzug der Inflation deutlich mehr Geld in der Tasche haben. Die Löhne legten in den ersten neun Monaten um durchschnittlich 2,7 Prozent zu und damit fast dreimal so stark wie die Verbraucherpreise (1,0 Prozent). Wegen stark fallender Ölpreise ist die Inflation am Jahresende noch weiter gesunken und lag zuletzt bei nur noch 0,6 Prozent.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im dritten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3541 Euro brutto im Monat. Die höchsten Verdienste erhielten die Vollzeitbeschäftigten bei Banken und Versicherungen (4723 Euro), im Bereich Information und Kommunikation (4675 Euro) sowie in der Energieversorgung (4601 Euro). Am wenigsten bekamen die Beschäftigten im Gastgewerbe mit 2119 Euro brutto.

mmq/dpa/Reuters

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