Stärkstes Reallohn-Plus seit drei Jahren Mini-Inflation lässt Deutschen mehr vom Lohn

Die Deutschen haben so viel Geld für Konsum übrig wie seit drei Jahren nicht mehr. Das liegt nicht nur an höheren Löhnen - auch die Preise steigen langsamer als früher.

Kunden in einem Berliner Einkaufszentrum: Reallöhne steigen kräftig
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Kunden in einem Berliner Einkaufszentrum: Reallöhne steigen kräftig


Berlin - Dank der niedrigen Inflation können sich Arbeitnehmer in Deutschland über den kräftigsten Anstieg ihrer Reallöhne seit drei Jahren freuen. Diese legten von Juli bis September um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. So stark waren sie seit dem zweiten Quartal 2011 (plus 1,9 Prozent) nicht mehr gestiegen.

Hauptgrund dafür ist die geringe Teuerung: Die Verbraucherpreise waren im dritten Quartal 2014 nur um 0,8 Prozent höher als im Vorjahresquartal, während die Nominallöhne im gleichen Zeitraum um 2,6 Prozent zulegten. Aus der Differenz der beiden Größen ergibt sich der Reallohn-Zuwachs.

Auch im Gesamtjahr 2014 dürften die Beschäftigten nach Abzug der Inflation deutlich mehr Geld in der Tasche haben. Die Löhne legten in den ersten neun Monaten um durchschnittlich 2,7 Prozent zu und damit fast dreimal so stark wie die Verbraucherpreise (1,0 Prozent). Wegen stark fallender Ölpreise ist die Inflation am Jahresende noch weiter gesunken und lag zuletzt bei nur noch 0,6 Prozent.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im dritten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3541 Euro brutto im Monat. Die höchsten Verdienste erhielten die Vollzeitbeschäftigten bei Banken und Versicherungen (4723 Euro), im Bereich Information und Kommunikation (4675 Euro) sowie in der Energieversorgung (4601 Euro). Am wenigsten bekamen die Beschäftigten im Gastgewerbe mit 2119 Euro brutto.

mmq/dpa/Reuters



insgesamt 58 Beiträge
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webstar2568 22.12.2014
1. Verteilung
Da sollte man sich wirklich mal die Verteilung ansehen. Jeder Student wird sich bspw. von der Überschrift provoziert fühlen.
jstawl 22.12.2014
2.
Zitat von webstar2568Da sollte man sich wirklich mal die Verteilung ansehen. Jeder Student wird sich bspw. von der Überschrift provoziert fühlen.
Tja, für jeden ist die Inflation aufgrund des persönlichen Warenkorbs eine andere. Wer viel Benzin verbraucht z.B. wird dieses Jahr ein dickes Plus einfahren. Wer in Boom-Städten derzeit zur Miete wohnt, eher nicht. Wer aufm Land wohnt, hat keine Mietsteigerungen usw. Früher gab es die Verbraucherpreis-Steigerungen nach Haushaltsarten. Wurde glaube ich vor 15 Jahren aus politischen Gründen abgeschafft. Man könnte ja... Aber dann würde man vllt. sehen, dass evtl. die Ärmeren der Gesellschaft eine höhere Inflation haben als die Reicheren...
hermann_huber 22.12.2014
3. Super 1.8%
Scheiss auf die EU wo unsere Handelspartner in die Deflation abrutschen. Davon profitieren wir doch noch und kriegen auch bei den Mini Löhne noch 1.8% mehr. Das macht bei 1500 Euro Netto doch glatt 27 Euro mehr. Wow. Damit kann man ja ne Villa kaufen! Erhöhung der Reallöhne um die Gewinnmaximierung mal an die Angestellten und Arbeiter auszuschuetten das würde allen schnell helfen (ausser der Fa Quant und ähnliche Kapitalbesitzer)
censored 22.12.2014
4.
Als ob das eine politische Leistung wäre. Zu dem Lohnplus sind wir wie die Jungfrau zum Kind gekommen, durch die gefallenen Rohstoffpreise.Und so schnell wie es gekommen sind, so schnell ist es auch wieder weg.
Thunder79 22.12.2014
5.
Zitat von webstar2568Da sollte man sich wirklich mal die Verteilung ansehen. Jeder Student wird sich bspw. von der Überschrift provoziert fühlen.
Ich hoffe ja wohl nicht, dass dieser Beitrag von einem Studenten kommt, sonst würde ich mich ja arg wundern. Ein Student ohne Real-Einkommen kann ja wohl schlecht von Inflation profitieren. Dafür aber die Eltern, die widerum finanziell die Zöglinge besser unterstützen können.
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