Magenbitter Underberg darf mit wohltuender Wirkung werben

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Beschwerde gegen Underberg zurückgewiesen. Der Spirituosenhersteller darf mit Slogans wie "appetitanregend und verdauungsfördernd" werben - obwohl der Magenbitter 44 Prozent Alkohol enthält.

Underberg: "Bei Auslobungen handelt es sich nicht um gesundheitsbezogene Aussagen"
ddp

Underberg: "Bei Auslobungen handelt es sich nicht um gesundheitsbezogene Aussagen"


Düsseldorf - Der Spirituosen-Hersteller Underberg hat einen Etappensieg gegen seine Kritiker errungen: Das Unternehmen darf seinen Magenbitter weiter mit Slogans wie "weltweit im Dienste des Wohlbefindens" bewerben. Es sei hinzunehmen, dass Underberg bis zur Entscheidung im Hauptverfahren mit den Aussagen wirbt, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf, da das Unternehmen dies schon "seit Jahrzehnten" tue. Besondere Eile sei daher nicht geboten.

Der Versuch des Schutzverbands der Spirituosen-Industrie ist damit gescheitert, eine einstweilige Verfügung gegen Underberg durchzusetzen. Der Verband sieht in den Reklamesprüchen unerlaubte Werbung. Mit Aussagen wie "Besonders nach dem Essen für den Magen" sowie "appetitanregend und verdauungsfördernd" werde eine medizinische Wirkung suggeriert. Underberg sei aber ein Getränk mit 44 Prozent Alkoholanteil und kein Gesundheitstrunk.

Das Gericht erteilte dem Underberg aber keinen Freibrief: Eine Entscheidung bleibe dem am Landgericht Kleve anhängigen Hauptsacheverfahren vorbehalten, sagte ein OLG-Sprecher. Zugleich regte das OLG an, das Verfahren aufgrund seiner grundsätzlichen Bedeutung am Europäischen Gerichtshof verhandeln zu lassen.

Underberg begrüßte die Entscheidung des OLG. "Wir sehen uns in der Position bestätigt, dass es sich bei unseren traditionellen Auslobungen keinesfalls um gesundheitsbezogene Aussagen handelt", sagte die Verwaltungsratspräsidentin der Underberg-Gruppe, Hubertine Underberg-Ruder.

cte/dpa/ddp

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Gabri, 23.03.2010
1. Recht so!
Zitat von sysopDas Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Beschwerde gegen Underberg zurückgewiesen. Der Spirituosenhersteller darf mit Slogans wie "appetitanregend und verdauungsfördernd" werben - obwohl der Magenbitter 44 Prozent Alkohol enthält. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,685269,00.html
Wo ist denn da der Widerspruch?
unente, 23.03.2010
2. wenn es so ist
Zitat von sysopDas Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Beschwerde gegen Underberg zurückgewiesen. Der Spirituosenhersteller darf mit Slogans wie "appetitanregend und verdauungsfördernd" werben - obwohl der Magenbitter 44 Prozent Alkohol enthält. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,685269,00.html
Das ist doch schließlich etwas ganz anderes, als wenn die mit "alkoholfrei" werben würden. "Appetitanregend und verdauungsfördernd" ist womöglich sogar wissenschaftlich belegt, wenn man die Dosis nicht übertreibt. Wogegen heute alles geklagt wird...
j.e.hova 23.03.2010
3. Stimmt es nicht ?
Stimmt doch auch, in begrenzter Menge(eine Pulle Underberg) wirkt Alkohol sowohl appetitangegend also auch vedauungsfördernd -falls Sie Gallensteine haben und mal wieder etwas fett essen wollen, trinken Sie zur Begleitungeinen guten Roten - erspart Ihnen evtl. eine Kolik. Was soll bitte daran nicht okay sein ? Ihr verdammten Puritaner, müßt Ihr uns dennauch noch die letzten Drogen vermiesen ?Drogen sind dazu da, das Leben zu erleichtern,Droge=Medizin. Nur das Maß ist wichtig,das Maß aller Dinge ist das Maß.
wasissn, 23.03.2010
4. Die EU warnt. Klar.
Per Gericht und EU-Bürokratie wird nun beschlossen, dass ein Magenbitter oder anderer Schnaps nach einem Mahl keine wohltuende Wirkung haben darf. Ist schon klar. Nach dem Tabak wird jetzt der Alkohol stigmatisiert. Auch das deutsche Brot ist ja laut EU gesundheitsschädlich. Auf in die denaturisierte industrielle Gen-Fastfood mit vorschriftsmäßig gekrümmten Bananen und geraden Gurken und genormten Äpfeln, aufgeblähten Weizenweißbrot und garantiert reichlich Geschmacksverstärkern, Stabilisatoren und E-Beglückung für alle brauchen wir ja nichts kommen zu lassen. Kann ja nichts passieren, per EU-Beschluss für gesund erklärt.
BardinoNino 23.03.2010
5. Na Gott sei Dank!
Dann gibbet Unnerberch demnächst sicher uff Rezept...wa?
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