Materialmangel am Bau Holzpreise steigen um mehr als 80 Prozent

Wehe dem, der gerade bauen will: Materialengpässe haben die Preise für Baustoffe massiv in die Höhe getrieben. Besonders drastisch hat sich Holz verteuert, aber auch Betonstahl wird immer teurer.
Bauholz: Steigende Nachfrage im In- und Ausland

Bauholz: Steigende Nachfrage im In- und Ausland

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Bauherren spüren stark steigende Preise bei wichtigen Materialien immer stärker. Baustoffe wie Holz, Stahl oder Dämmmaterialien hätten sich in der Pandemie rasant verteuert, teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach stiegen die Preise für Konstruktionsvollholz allein im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut 83 Prozent, für Dachlatten um 45,7 Prozent und Bauholz um 38,4 Prozent.

Auch die Stahlpreise trieben die Kosten auf dem Bau in die Höhe: Betonstahl in Stäben war im Mai 44,3 Prozent teurer, und Betonstahlmatten kosteten 30,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, so die Statistiker. Betonstahl wird unter anderem zur Verstärkung von Bodenplatten, Decken oder Wänden eingesetzt. Hauptgründe für die anziehenden Holz- und Stahlpreise seien wohl die steigende Nachfrage im In- und Ausland in der Coronapandemie – sowie Probleme in der Rohstoffversorgung, schrieb die Behörde.

Baustoffe treiben Erzeugerpreise in die Höhe

Preistreibend auf den Baustellen wirkten sich demnach auch die zuletzt gestiegenen Ölpreise aus: Bitumen auf Erdölbasis, das etwa zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten verwendet wird, kostete im Mai fast 64 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und Dämmplatten aus Kunststoff wie Polystyrol fast 20 Prozent.

Jedoch nicht überall am Bau gingen die Preise durch die Decke: Bei Kies und Sand (plus 4,8 Prozent), Mauerziegel (plus 2,2), Dachziegel (plus 2,2 Prozent) und Frischbeton (plus 1,7 Prozent) gab es im Mai nur relativ leichte Zuwächse.

»Hauptgründe für die anziehenden Holz- und Stahlpreise dürfte die steigende Nachfrage im In- und Ausland während der Coronapandemie sein sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen«, teilte das Bundesamt mit. Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte insgesamt stieg – angetrieben von der Entwicklung bei den Holz- und Metallpreisen – im gleichen Zeitraum um 7,2 Prozent. Dies war der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2008, als die Preise vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stark gestiegen waren.

beb/dpa
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