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07. September 2012, 17:13 Uhr

Teures Wohnen

Mieterbund fordert Gesetz gegen Preisschub

Der Mieterbund warnt vor drastischen Auswirkungen immer höherer Wohnungskosten: Werde der Trend nicht gestoppt, könnten sich Normalverdiener ihr Heim in vielen Städten nicht mehr leisten. Die Immobilienfirmen sehen die hohen Energiekosten als Ursache für den Preisschub.

München - Der Mieterbund warnt vor unbezahlbaren Wohnungen in deutschen Großstädten und fordert, Mietpreise gesetzlich zu beschränken. "Die Wohnkosten sind in vielen Bereichen förmlich explodiert", sagte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips, am Freitag in München. Im Durchschnitt zahlten Mieter bereits mehr als ein Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens (34,1 Prozent) für Miete und Nebenkosten.

Das Problem treffe besonders Groß- und Universitätsstädte, in denen Wohnungen knapp sind. Nach Angaben des Mieterbundes fehlen in den zehn deutschen Städten mit dem stärksten Wohnungsmangel insgesamt 100.000 Mietwohnungen - allein 31.000 davon in München, 17.500 in Frankfurt am Main und 15.000 in Hamburg.

München sei nach wie vor die teuerste deutsche Großstadt; Mieter müssten dort bereits bis zur Hälfte ihres Nettoeinkommens für ihre Wohnung zahlen. Der Mieterbund, dessen Präsidium an diesem Wochenende in Burghausen tagt, fordert darum eine gesetzliche Regelung, wonach Mieten in Neuverträgen höchstens zehn Prozent über den ortsüblichen Mietpreisen liegen dürfen.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer (GdW) betonte dagegen, nicht die Kaltmieten, sondern die Energiepreise seien das große Problem der Mieter. Die Kaltmieten in Deutschland seien seit dem Jahr 2000 lediglich um 14 Prozent gestiegen.

Der Verband forderte, das von der Bundesregierung beschlossene Mietrechtsänderungsgesetz müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden. Hingegen lehnen die Mietervertreter das Gesetz ab, da es ihrer Ansicht nach Mieterrechte in vielerlei Hinsicht beschränkt. Es sei "in der Tendenz vermieterfreundlich". Die Mieterschützer setzen auf Unterstützung der Oppositionsparteien im Bundestag.

Sorge macht dem Mieterbund auch der soziale Wohnungsbau. Die Zahl der Sozialwohnungen sei zwischen 2002 und 2010 um rund ein Drittel von knapp 2,5 Millionen auf knapp 1,7 Millionen zurückgegangen. Auch beim Wohngeld gab es nach Angaben des Verbandes Einbußen: Betrug der Wohngeldanspruch im Jahr 2010 im Bundesdurchschnitt noch 126 Euro im Monat, waren es 2011 nur noch 115 Euro.

ssu/dpa

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