Teures Wohnen Mieterbund fordert Gesetz gegen Preisschub

Der Mieterbund warnt vor drastischen Auswirkungen immer höherer Wohnungskosten: Werde der Trend nicht gestoppt, könnten sich Normalverdiener ihr Heim in vielen Städten nicht mehr leisten. Die Immobilienfirmen sehen die hohen Energiekosten als Ursache für den Preisschub.


München - Der Mieterbund warnt vor unbezahlbaren Wohnungen in deutschen Großstädten und fordert, Mietpreise gesetzlich zu beschränken. "Die Wohnkosten sind in vielen Bereichen förmlich explodiert", sagte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips, am Freitag in München. Im Durchschnitt zahlten Mieter bereits mehr als ein Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens (34,1 Prozent) für Miete und Nebenkosten.

Das Problem treffe besonders Groß- und Universitätsstädte, in denen Wohnungen knapp sind. Nach Angaben des Mieterbundes fehlen in den zehn deutschen Städten mit dem stärksten Wohnungsmangel insgesamt 100.000 Mietwohnungen - allein 31.000 davon in München, 17.500 in Frankfurt am Main und 15.000 in Hamburg.

München sei nach wie vor die teuerste deutsche Großstadt; Mieter müssten dort bereits bis zur Hälfte ihres Nettoeinkommens für ihre Wohnung zahlen. Der Mieterbund, dessen Präsidium an diesem Wochenende in Burghausen tagt, fordert darum eine gesetzliche Regelung, wonach Mieten in Neuverträgen höchstens zehn Prozent über den ortsüblichen Mietpreisen liegen dürfen.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer (GdW) betonte dagegen, nicht die Kaltmieten, sondern die Energiepreise seien das große Problem der Mieter. Die Kaltmieten in Deutschland seien seit dem Jahr 2000 lediglich um 14 Prozent gestiegen.

Der Verband forderte, das von der Bundesregierung beschlossene Mietrechtsänderungsgesetz müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden. Hingegen lehnen die Mietervertreter das Gesetz ab, da es ihrer Ansicht nach Mieterrechte in vielerlei Hinsicht beschränkt. Es sei "in der Tendenz vermieterfreundlich". Die Mieterschützer setzen auf Unterstützung der Oppositionsparteien im Bundestag.

Sorge macht dem Mieterbund auch der soziale Wohnungsbau. Die Zahl der Sozialwohnungen sei zwischen 2002 und 2010 um rund ein Drittel von knapp 2,5 Millionen auf knapp 1,7 Millionen zurückgegangen. Auch beim Wohngeld gab es nach Angaben des Verbandes Einbußen: Betrug der Wohngeldanspruch im Jahr 2010 im Bundesdurchschnitt noch 126 Euro im Monat, waren es 2011 nur noch 115 Euro.

ssu/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
spon-facebook-10000259394 07.09.2012
1. optional
Baut mehr Brücken , für die Bürger zum schlafen !!!!!
iron mace 07.09.2012
2. Titel ...
Zitat von sysopDer Mieterbund warnt vor drastischen Auswirkungen immer höherer Wohungskosten: Werde der Trend nicht gestoppt, könnten sich Normalverdiener ihr Heim in vielen Städten nicht mehr leisten. Die Immobilienfirmen sehen die hohen Energiekosten als Ursache für den Preisschub. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,854599,00.html
Nach Ansicht des Mieterbundes sollen Eigenheim und Immobilienbesitzer die Kosten der Energiewende somit alleine tragen. Was der Mieterschutz hier in D für Blüten treibt ist einmalig, und auch ein Grund für die hohen Mieten, jeder Vermieter braucht ein entsprechendes finanzielles Polster, + teure Versicherungen um sich und sein Eigentum vor den Rechten derer zu Schützen die er dort wohnen lässt ...
Adolfrausch 07.09.2012
3. Falsche Ziele und fehlgeleitetes Engagement
Der Mieterbund sollte sich erstmal darum kümmern, dass Mietnomaden ordnungsgemäss bestraft und zum Schadensersatz verpflichtet werden können, bevor er weltfremde Forderungen zum Schaden der Vermieter in die Welt posaunt. Man könnte zum einen eine solidarische Haftpflichtversicherung einführen, in die jeder Mieter einzahlen sollte, und die dann für die Schäden durch unmoralische und kriminelle Genossen aufkommt.
huuhbär 07.09.2012
4. Gier nach immer mehr Geld und Besitz
Zitat von sysopDer Mieterbund warnt vor drastischen Auswirkungen immer höherer Wohungskosten: Werde der Trend nicht gestoppt, könnten sich Normalverdiener ihr Heim in vielen Städten nicht mehr leisten. Die Immobilienfirmen sehen die hohen Energiekosten als Ursache für den Preisschub. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,854599,00.html
Immobilienfirmen machen die Energiekosten für den Preisschub verantwortlich. Habe ich jetzt falsch gelesen bzw. verstanden? Ich habe es so verstanden, dass es um die Kaltmiete geht. Die Kosten für die Betriebskosten sind doch eine andere Sache. Alles in einen Topf zu schmeißen ist mal wieder typisch für Immobilien-Lobbyisten. Die vor lauter Betriebswirtschaftverstand nur noch bis zum Schrank aber nicht mehr bis zur Wand denken - geschweige denn in den gesamt Zusammenhängen denken können. Beispielsrechnung: Mieterhöhung 2009 – ca. 25 Euro pro Monat macht im Jahr 300 Euro Nächste Mieterhöhung 2012 – ca. 25 Euro pro Monat macht im Jahr 300 Euro Insgesamt innerh. von ca. 3 Jahren eine Steigerung von ca. 600 Euro Mal ganz ehrlich, wer hat innerhalb von 3 Jahren 600 Euro mehr im Geldbeutel gehabt? Ich nicht. Wenn mir so etwas passieren würde - müsste ich an meinen Fortbildungen anfangen zu sparen. Was das in den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen für die nächsten, sagen wir mal, 15 Jahre bedeuten würde möchte ich mir eigentlich gar nicht so richtig vorstellen. Menschen die Rentner sind können irgendwann nicht mehr die Miete begleichen. Was passiert mit ihnen? Sollen sie trotz lebenslanger Arbeit Wohngeld beantragen? In dem Sinne machen sich Vermieter oder vielleicht auch Genossenschaften den Staat also zusätzlich zur Beute? Spätestens in zwanzig Jahren ist der Staat nahezu Zahlungsunfähig, aber mit den ganzen nicht zurück gelegten Beamtenpensionen – komplett Pleite. Kann allerdings auch schneller gehen. Je nachdem wie viele zusätzliche Faktoren noch hinzukommen. Gierhälsen egal von welcher Fraktion oder Lobby kann man wirklich nur noch sehr viel Spaßerlebnis am eigenen Untergang wünschen.
tizian 07.09.2012
5. Quatsch
Zitat von iron maceNach Ansicht des Mieterbundes sollen Eigenheim und Immobilienbesitzer die Kosten der Energiewende somit alleine tragen. Was der Mieterschutz hier in D für Blüten treibt ist einmalig, und auch ein Grund für die hohen Mieten, jeder Vermieter braucht ein entsprechendes finanzielles Polster, + teure Versicherungen um sich und sein Eigentum vor den Rechten derer zu Schützen die er dort wohnen lässt ...
Na wenn das so schlimm ist, dann braucht man ja nicht vermieten. Und die Eigenheimbesitzer tragen eh alles alleine, die vermieten nicht, sondern wohnen alleine in der Immobilie, deswegen verstehe ich deren Erwähnung nicht. Aber wenn man Ihnen folgt, dann sind die Mieten also so hoch, damit die guten Vermieter von diesen hohen Mieten ein Finanzpolster gegen die bösen Mieter, die gerade ausgebeutet werden, aufbauen... An den Mieterrechten hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert, geändert hat sich nur etwas an der Gier der Vermieter, z.B. kommunale Wohnungsgesellschaften wurden an "Heuschrecken" verkauft, denen geht es nur um Rendite, nicht um die Menschen, nicht um die Balance in Wohnquartieren, nichts... Eine solidarische Versicherung gegen Insolvenz von anderen Mietern ? Mieter als generelle Gruppe ? Wieviele Leute sind denn Mietnomaden ? Sie tun ja, als wäre das eine wirklich relevante Gruppe. Und warum glauben Sie, die können nicht bestraft werden ? Erstens ist das Betrug, zweitens steht der zivilrechtliche Rechtsweg für offene Miete und Schadenseratz offen. Wenn diese Leute insolvent sind, dann ist das wirklich bedauerlich, aber ein Risiko, dass jeder Gewerbetreibende - und nichts anderes sind Vermieter - in Deutschland bezüglich seines Geschäftspartners trägt. Es gibt übrigens auch insolvente Vermieter, die Vorauszahlungen - obwohl über Nebenkostenvorauszahlungen der Mieter bereits vereinnahmt - nicht an Versorger weiterleiten und dann stehen die ohne Wasser und Strom da...
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