Streit über Mietkaution Gericht schont Stehpinkler

Pinkeln ist Privatsache: Ein Vermieter muss die Sanierung eines durch Urin verätzten Marmorbades selbst tragen. Ein Gericht gab dem Mieter Recht, der nicht dafür zahlen wollte.
Hinweisschild auf Toilette: Wer stehen bleibt, riskiert nur Ärger mit der Frau

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Foto: Philipp Guelland/ Getty Images

Düsseldorf - Durch dieses Urteil dürften sich viele Männer bestätigt fühlen: Mieter dürfen auf der Toilette ihrer Wohnung im Stehen pinkeln. Dies gehöre zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung, entschied das Düsseldorfer Amtsgericht. Darum muss ein Mieter auch nicht für Schäden am Badezimmerboden durch Urinspritzer beim Stehendpinkeln haften.

Das Gericht gab damit einem Mann Recht, der nach seinem Auszug den Vermieter auf Auszahlung der Mietkaution in Höhe von 3000 Euro verklagt hatte. Der Hausbesitzer wollte 1900 Euro einbehalten, weil der Marmorboden der Toilette durch Urinspritzer abgestumpft war.

Ein Fachmann hatte die Urinspritzer als Ursache ausgemacht. Dies sei nachvollziehbar und glaubwürdig, befand der Richter. Dennoch habe der Vermieter kein Recht, die Kaution für die anstehende Reparatur einzubehalten. Urinieren im Stehen sei weit verbreitet, die Gefahren für Böden aber kaum bekannt. Der Vermieter hätte auf die Empfindlichkeit des Bodens hinweisen müssen.

In der Urteilsbegründung ging der Richter auch auf die Problematik des Stehendpinkelns ein: "Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet", hieß es. "Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit - insbesondere weiblichen - Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen."

Aktenzeichen: 42 c 10583/14

mmq/dpa/AFP
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