Überangebot Discounter senken Milchpreis um mehr als 20 Prozent

Die Preise für Milchprodukte stürzen ab. Aldi und Norma bieten seit diesem Montag einen Liter Vollmilch zu einem neuen Tiefstpreis an. Die Konkurrenz dürfte bald folgen.
Kühe in Melkanlage

Kühe in Melkanlage

Foto: Carmen Jaspersen/ picture alliance / dpa

Mehrere Discounter haben erneut die Preise für Milch, Butter und Sahne deutlich gesenkt. Marktführer Aldi und sein kleinerer Rivale Norma bieten einen Liter frische Vollmilch für 46 Cent an - ein Abschlag von mehr als 20 Prozent auf den Preis der vergangenen Woche. Das 250-Gramm-Paket Butter verbilligte sich von 75 auf 70 Cent. Auch Schlagsahne, Kondensmilch, Kräuterquark und Joghurt wurden günstiger.

Aldi Nord begründete die Preissenkung mit dem Überangebot auf dem weltweiten Milchmarkt. Die Molkereien hätten deshalb die Milch billiger angeboten, und die günstigeren Einkaufspreise gebe man an die Verbraucher weiter. Der Lebensmitteleinzelhandel sei nicht für das aktuelle Überangebot an Rohmilch verantwortlich.

Dem Schritt von Aldi dürften andere Händler folgen. Viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich an der Nummer eins unter den Billiganbietern.

Die Entwicklung hatte sich bei den Verhandlungen zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel im April abgezeichnet. In Deutschland und in ganz Europa wird mehr Milch produziert als nachgefragt. Das drückt die Preise.

Seit dem Auslaufen der Milchquote in der EU vor gut einem Jahr kämpfen die Milchbauern mit sinkenden Preisen. Viele Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht. Erst vor wenigen Wochen hatten Bauern vielerorts gegen die Niedrigpreise im Handel demonstriert.

Die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern haben bereits dazu aufgerufen, weniger Milch zu produzieren. Der Bund soll den Milchbauern dafür nach dem Willen der Länder Hilfen zahlen oder diese bei der EU "einwerben".

msc/dpa/AFP
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