Umfrage Immer mehr Deutsche wollen nachhaltig einkaufen – theoretisch

Ob Fleisch oder Mode: Rund die Hälfte der Verbraucher gibt an, dass für sie die Nachhaltigkeit angebotener Produkte relevant sei. Allein: Verzicht fällt vielen schwer.
Kunden füllen ihren Einkauf in mitgebrachte Gefäße im Züricher Zero-Waste-Laden »Foifi« (Archivbild)

Kunden füllen ihren Einkauf in mitgebrachte Gefäße im Züricher Zero-Waste-Laden »Foifi« (Archivbild)

Foto: Christian Beutler / dpa

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf immer wichtiger. Dies ist das Ergebnis des am Freitag veröffentlichten »Konsummonitors Nachhaltigkeit« des Handelsverbandes Deutschland (HDE).

Die Kunden legten bei ihrer Kaufentscheidung im Einzelhandel vor allem bei Lebensmitteln und Mode zunehmend Wert auf nachhaltige Produktionsmethoden und die Herkunft der Waren, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth über die vom Kölner Institut für Handelsforschung verfasste Studie.

Die Coronapandemie habe gerade bei Lebensmitteln dem Thema noch einmal einen zusätzlichen Schub gegeben, da im Lockdown mehr Menschen selbst gekocht hätten. Immerhin 51 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten gaben demnach an, dass das Thema Nachhaltigkeit für sie beim Kauf von Lebensmitteln eine hohe Relevanz habe. Beim Fleischkauf waren es sogar 58 Prozent.

Der Anteil der Vegetarier sei zwischen 2015 und 2021 von 3,3 auf 6,1 Prozent gestiegen, der Anteil der Veganer von 0,8 auf 1,9 Prozent, berichteten die Studienverfasser.

Auch im Modemarkt wird das Thema Nachhaltigkeit der Umfrage zufolge bedeutender. Rund 49 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher gaben an, dass ihnen Nachhaltigkeit beim Kauf von Textilien wichtig sei. Immerhin 13 Prozent der Befragten erklärten, die Coronapandemie habe dazu geführt, dass sie beim Kauf von Textilien mehr auf Nachhaltigkeit achteten als zuvor.

Doch hat das Engagement offenbar auch seine Grenzen: Lediglich 19 Prozent sagten, dass sie mit Leichtigkeit auf ein Kleidungsstück verzichten, wenn dieses nicht nachhaltig ist.

clh/dpa-AFX