Nährwertangaben Verbraucherschutzministerin gibt Lebensmittel-Ampel keine Chance

Es sollte so einfach sein: Mit der Ampelkennzeichnung sollte der Fett- und Zuckergehalt bei Lebensmitteln mit rot, gelb und grün markiert werden. Doch bei der anstehenden Entscheidung in der EU zum Thema Nährwertangaben wird sich diese Regelung wohl nicht durchsetzen.
Frau im Supermarkt: Gerade Eltern wünschen sich einfache Hinweise

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Foto: MICHAEL PROBST/ AP

Hamburg - Am Dienstag stimmt der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments über den Entwurf zur Nährwertkennzeichnung ab. Doch nach Einschätzung von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat die sogenannte Lebensmittelampel dabei kaum noch eine Chance. Aigner sagte der "Bild am Sonntag": "Die EU-Kommission steht dem Modell kritisch gegenüber und wird es deshalb nicht vorschlagen. Bisher gibt es auch kein einziges Land in der EU, das die verpflichtende Einführung der Lebensmittelampel beantragt hat."

Mit der Ampelkennzeichnung sollten etwa Zucker- und Fettgehalt bei Lebensmitteln mit rot (hoch), gelb (mittel) und grün (niedrig) gekennzeichnet werden. Doch die Industrie lief gegen das Projekt Sturm.

Aigner verwies auf die Schwierigkeiten der simplen Farbeinteilung angesichts der zahlreichen Nährstoffe: "Auch die meisten Verbraucher wissen, dass eine so pauschale Farbeinteilung nicht funktioniert", sagte die CSU-Politikerin. "Danach müsste Bio-Apfelsaft aufgrund des Fruchtzuckers rot gekennzeichnet werden, Diät-Cola aber grün."

Dennoch soll sich die Nährstoffkennzeichnung nach Wunsch der Ministerin auf Lebensmitteln ändern. Vor den neuen Beratungen im zuständigen EU-Ausschuss sagte Aigner: "Bisher sind die Nährstoffangaben auf Verpackungen größtenteils freiwillig. Künftig wird die Kennzeichnung für alle Lebensmittel Pflicht." Dann müssten neben den Kalorien auch der Fettanteil, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker und Salz in absoluten Grammangaben angegeben werden.

Ob die Kalorienangabe auch pro Portion und in Relation zum täglichen Tagesbedarf aufgedruckt sein muss, werde noch verhandelt, erklärte Aigner. "Ich persönlich bin dafür. So kann der Käufer sein Kalorienkonto besser einschätzen."

ase/APD
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