Neue EC-Karten Sparkassen starten Umstellung auf Funk-Zahlung

Sparkassen-Kunden sollen künftig mit ihren EC-Karten per Funk bezahlen können. Die Umstellung auf die neue Technik beginnt bereits Mitte April in Niedersachsen, innerhalb der kommenden drei Jahre soll sie bundesweit für alle Kunden bei Sparkassen einsatzbereit sein. 

EC-Karte der Sparkasse: Bezahlen per Funkchip kommt
DPA

EC-Karte der Sparkasse: Bezahlen per Funkchip kommt


Berlin - Die Sparkassen setzen beim Bezahlen mit EC-Karten auf Funktechnik und wollen die Umstellung innerhalb von drei Jahren durchziehen. Bis Ende 2015 würden alle 45 Millionen Kunden in Deutschland mit den neuen Karten versorgt, kündigte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands an. Schon bis Ende 2012 sollen 16 Millionen Karteninhaber bundesweit - also etwa ein Drittel der Sparkassen-Kunden - per Funk bezahlen können. Bis Ende 2013 soll die Marke von 30 Millionen erreicht werden.

Los geht die Umstellung ab Mitte April in Niedersachsen. In dem Pilotprojekt können dann 1,35 Millionen Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit Funk-EC-Karten bezahlen. Ab August startet dann die bundesweite Einführung.

Die Funk-EC-Karten werden im Pilotversuch zunächst in Edeka-Märkten, an Esso-Tankstellen oder bei der Drogeriekette Douglas eingesetzt. Die neue Funktechnik soll zu geringeren Wartezeiten an den Kassen führen. In der Startphase können die neuen Karten nur bei Einkäufen bis zu 20 Euro eingesetzt werden. Die Unterschrift oder die Eingabe der persönlichen Geheimzahl fallen dabei weg. Um das kontaktlose Bezahlen zu nutzen, muss die EC-Karte - ähnlich wie bisher die Geldkarte - vorher an Geldautomaten oder an anderen Stellen mit bis zu 200 Euro aufgeladen werden.

Die Funk-Funktion wird durch eine Antenne ermöglicht, die in den Chip der neuen Bankkarte integriert wird. Die Girokarte wird maximal vier Zentimeter vor das Kassenterminal gehalten, um die Zahlung durchzuführen. Mit der Funktechnik NFC (Near Field Communication) wird die Bezahlinformation an das Kartenlesegerät übertragen. Die Sparkassen versichern, dass nur zahlungsrelevante Daten wie der Betrag und die Kartennummer ausgetauscht werden.

Dennoch sind andere Institute gegenüber der neuen Technik zurückhaltend. "Die Genossenschaftsbanken warten die Ergebnisse des einjährigen Pilotprojekts im Raum Hannover, Braunschweig und Wolfsburg zunächst ab", teilte die Deutsche Kreditwirtschaft mit. Auch private Banken wie Commerzbank oder Deutsche Bank wollen ihre Kunden noch nicht mit den neuen Funkkarten ausstatten und zunächst das Ergebnis des Pilotversuchs abwarten.

Die Sparkassen argumentieren, Funk-Karten hätten sich bereits beim Bezahlen auf Musikfestivals und in Fußballstadien bewährt.

mmq/dapd



insgesamt 13 Beiträge
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donrazzi 10.01.2012
1. Wieder nix...
Na, mit dieser Aufladegeschichte wird das dann ja auch bestimmt so ein toller Erfolg, wie mit der Geldkarte, deren Zweck sich den meisten Deutschen bisher nicht erschlossen hat. Und ich warte schon auf die erste Meldung, dass Trickdiebe mit entsprechenden Gerätschaften die Karten plündern...
RockerRudolf 10.01.2012
2.
Es ist zwar nicht schlecht, das die Sparkassen etwas neues ausprobieren wollen, aber ich selbst bin davon wenig begeistert, weil man zunächst selbst Geld auf die Karte laden muß. Das Prinzip der Geldkarte hat nicht nicht durchgesetzt, also warum sollte es gerade mit der neuen Technik besser sein? Chip oder RFID sind bloß die Vermittler. Das Prinzip überzeugt mich nicht. Gruß Rudi
kioto 10.01.2012
3. Wer braucht das wirklich?
Toll, ich spare 45sek an der Kasse und erspare mir den lästigen Small-Talk mit der Kassiererin. Toller Vorteil. Es lebe der Autistiker der Zukunft. Ev. kann man in Zukunft im Laufschritt durch die RFID Kasse spurten, spart noch mal 3-4 Minuten. Wir müssen Zeit und Geld sparen, ist doch klar :-) Der Nachteil, wenn die Karte geklaut wird, sind die 200 € weg, haften tut keiner. Nutzen hat nur die Sparkasse, die Zinsen für das auf Vorrat geladene Geld dürften sich ordentlich summieren. Ich werde die Karte auf keinen Fall benutzen. mfg Kioto
Oberfinanzdirektion 10.01.2012
4. Saubere Recherche!
Das nenn ich mal eine saubere Recherche! Welche Bank führt denn noch EC-Karten? Das machen selbst die Sparkassen nicht mehr. Bei einem so heiklem Thema wie dem neuen "Geldkarte via NFC aufleben lassen" hätte ich mir doch schon etwas mehr Gründlichkeit erwartet.
Nidasaxe 10.01.2012
5.
Zitat von kiotoToll, ich spare 45sek an der Kasse und erspare mir den lästigen Small-Talk mit der Kassiererin. Toller Vorteil. Es lebe der Autistiker der Zukunft. Ev. kann man in Zukunft im Laufschritt durch die RFID Kasse spurten, spart noch mal 3-4 Minuten. Wir müssen Zeit und Geld sparen, ist doch klar :-) Der Nachteil, wenn die Karte geklaut wird, sind die 200 € weg, haften tut keiner. Nutzen hat nur die Sparkasse, die Zinsen für das auf Vorrat geladene Geld dürften sich ordentlich summieren. Ich werde die Karte auf keinen Fall benutzen. mfg Kioto
Und die Karte muss auch regelmäßig am Automaten aufgeladen werden, das war es dann auch mit dem bisschen Zeitvorteil... Dann kann ich auch gleich Bargeld abheben. Vorteil: 100% Akzeptanzstellen und Ladezustand der Geldbörse ist jederzeit ohne Technik überprüfbar.
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