Nikotinsucht Raucher bringen dem Fiskus weniger Geld ein

Zigaretten, Zigarillos, loser Tabak - überall kassiert der Staat ab. Doch 2010 fielen die Einnahmen aus der Tabaksteuer. Geizen die Raucher oder greifen sie verstärkt zu Schmuggelware?
Raucherin in einer Bahnhofskneipe: Immer mehr Raucher drehen ihre Glimmstängel selbst

Raucherin in einer Bahnhofskneipe: Immer mehr Raucher drehen ihre Glimmstängel selbst

Foto: Roland Weihrauch/ picture-alliance/ dpa

Tabaksteuer

Hamburg - Der Staat hat im vergangenen Jahr weniger vom Laster der Raucher profitiert: Die Einnahmen aus der sanken um 1,5 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Aus den Daten geht zudem hervor, dass immer mehr Raucher auf losen Tabak zum Selbstdrehen umsteigen: Während drei Milliarden Zigaretten weniger versteuert wurden als 2009 - ein Minus von 3,5 Prozent - stieg der Absatz von Feinschnitt um mehr als vier Prozent.

Insgesamt sank der Umsatz mit Tabakwaren im Handel um mehr als ein Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass Milliarden Zigaretten auf Schmuggelwegen nach Deutschland gelangen, vor allem aus Osteuropa: Schätzungen zufolge gehen dem Staat dadurch jährlich rund vier Milliarden Euro verloren und der Anteil unversteuerter Zigaretten am Gesamtverbrauch steigt weiter.

Dennoch erwartet die Bundesregierung in den kommenden Jahren deutlich höhere Einnahmen aus der Tabaksteuer. Eine Packung Zigaretten soll bis 2015 bis zu 40 Cent teurer werden. Auch beim Feinschnitt sind deutliche Steuererhöhungen geplant.

nib/dpa
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